Competition with the Platform Owner: A Quantitative-empirical Study of Mobile-App-Platforms
Final Report Abstract
Das Forschungsvorhaben zielte darauf ab, die Ursachen des Markteintritts von Plattformbetreibern in ihrem eigenen Ökosystem zu untersuchen. Es befasste sich speziell mit mobilen App-Plattform-Ökosystemen wie Apple iOS und Google Android. Auf diesen Plattformen lässt sich häufig beobachten, dass die Betreiber der Plattform (z.B. Apple oder Google) einerseits danach bestrebt sind, eine möglichst attraktive Infrastruktur für Partner (sog. Komplementärunternehmen) bereitzustellen, damit diese ihre Apps und Dienste auf der Plattform entwickeln; gleichzeitig aber eigene Apps entwickeln, die mit denen der Komplementärunternehmen im Wettbewerb stehen. Bisherige Forschung im Bereich Wirtschaftsinformatik / Information Systems konzentrierte sich vorwiegend darauf, die Auswirkungen der Markteintritte auf Komplementärunternehmen zu verstehen, ließ jedoch die Ursachen solcher Markteintritte weitgehend unbeachtet. Das Projekt hatte zum Ziel diese Forschungslücke schließen, indem es ein empirisches, quantitatives Modell entwickelt, das erklärt, welche Marktfaktoren mit einem Markteintritt des Plattformbetreibers in Verbindung stehen. Die Relevanz des Projekts erstreckt sich dabei auf wissenschaftliche, unternehmerische als auch auf regulatorische Aspekte. Das Projekt ist aus wissenschaftlicher Sicht besonders relevant, da es eine wichtige Forschungslücke schließt, nämlich die Ursachen für Markteintritte von Plattformbetreibern zu erklären. Während bisherige Studien hauptsächlich die Perspektive der Plattformbetreiber und die Auswirkungen auf Komplementärunternehmen beleuchteten, war das Ziel dieses Projektes, sich auf die Identifikation der Faktoren zu konzentrieren, die das Risiko solcher Markteintritte begünstigen. Durch die Entwicklung eines empirisch-quantitativen Modells soll das Vorhaben die theoretischen Zusammenhänge sichten und wertvolle empirische Evidenz liefern, die in der Forschung zu digitalen Plattform-Ökosystemen im Bereich Information Systems von großer Bedeutung ist. Zudem existieren in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung zwei scheinbar widersprüchliche Grundhypothesen bezüglich der Treiber für Markteintritte. Einerseits gibt es die Hypothese, dass Plattformbetreiber primär aus dem Interesse direkter Erträge in bestimmte Marktnischen eintreten, d.h. sich Innovationen der Komplementärunternehmen imitieren und dann von der Imitation profitieren. Diese Perspektive geht davon aus, dass Plattformbetreiber durch direktes Engagement in lukrativen oder schnell wachsenden Marktsegmenten unmittelbare finanzielle Erträge generieren möchten. Andererseits steht die Hypothese, dass Plattformbetreiber in Marktnischen eintreten, um das Ökosystem als Ganzes langfristig zu entwickeln. Diese Sichtweise betont, dass der Eintritt in neue Märkte weniger durch kurzfristige Erträge durch Imitation motiviert ist, sondern vielmehr durch strategische Überlegungen zur Förderung von Innovation, Verbesserung der Nutzererfahrung und Wettbewerb. Das Forschungsvorhaben ist deshalb besonders bedeutend, da es dabei helfen kann, Evidenz für diese widersprüchlichen Hypothesen auszuwerten. Für Unternehmen, insbesondere Startups, die auf digitalen Plattformen agieren, liefert das Forschungsvorhaben strategische Einsichten zur Risikominderung bei möglichen Markteintritten der Plattformbetreiber. Dies ist wichtig, da solche Markteintritte existenzielle Bedrohungen für kleinere Unternehmen darstellen können. Aus Sicht der Plattformbetreiber ist das Projekt ebenfalls relevant. Die beiden o.g. Hypothesen reflektieren unterschiedliche strategische Managementansätze. Darüber hinaus trägt das Projekt indirekt zur kartellrechtlichen Diskussion bei, indem es strukturiert empirische Evidenz über Komplementärmarkteintritte liefert, die für die Weiterentwicklung eines Ordnungsrahmens für digitale Plattformen dienlich sein können.
