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Experimentelle Untersuchungen zum Einfluss funktionaler und dysfunktionaler Kognitionen auf die Leistung.

Antragstellerin Dr. Alena Michel-Kröhler
Fachliche Zuordnung Persönlichkeitspsychologie, Klinische und Medizinische Psychologie, Methoden
Förderung Förderung von 2021 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 454608048
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Rumination (auch Grübeln) ist ein weit verbreitetes Phänomen, das einen überwiegend maladaptiven Denkstil beschreibt, bei dem Menschen wiederholt negative Gedanken erleben, die sich um vergangene Ereignisse, eigene Gefühle oder negative persönliche Erfahrungen drehen und nur schwer zu unterdrücken sind. Folglich kann ruminatives Denken verschiedene kognitive Prozesse beeinträchtigen und potenziell die Leistungsfähigkeit, das psychische Wohlbefinden und die mentale Gesundheit beeinträchtigen. Rumination wird häufig im Zusammenhang mit letzteren untersucht, nicht zuletzt wegen seiner engen Beziehung zu Depressionen. Daher stellt Rumination vor allem im klinisch-psychologischen Kontext ein vielfach untersuchtes Phänomen dar. Ziel des Projektes war es, das Konzept der Rumination für nicht-klinische Bereiche anwendbar zu machen. Es wurde überprüft in welchem Ausmaß die Leistung(sfähigkeit) von Rumination in nicht-klinischen Stichproben beeinflusst wurde. Da Leistungsfähigkeit im Alltag sehr schwer zu definieren und erfassen ist, sollte die objektive Leistung im Vordergrund stehen. Da diese besonders gut im Leistungssportkontext erfasst werden kann, wurde dieser als Modelkontext für das vorliegende Forschungsprojekt herangezogen. Um das Forschungsziel zu erreichen wurde ein experimentelles Paradigma zur Induzierung von State-Rumination bei Sportlern:innen entwickelt und einer systematischen Untersuchung unterzogen. Ergebnisse aus fünf Experimenten zeigen, dass durch das neu entwickelte 2 Paradigma signifikant State-Rumination induziert werden kann. Darüber hinaus konnte ein erfolgreicher Transfer des experimentellen Settings vom Labor ins Feld in einer Stichprobe mit Fußballern:innen bestätigt werden, allerdings nur in Betrachtung einer Proof-of-Concept- Studie. Die erwarteten Effekte der Rumination auf die sportliche Leistung haben sich bisher nur über indirekte Maße angedeuet und müssen in zukünftigen Studien noch einmal überprüft werden. In einem noch ausstehenden Schritt wird das experimentelle Paradigma in einer Individualsportart, im Golf, angewendet. Zusammengefasst, konnte das Forschungsprojekt trotz Verwendung eines adäquaten methodischen Untersuchungsdesigns noch keinen direkten Beleg für den Einfluss der Rumination auf die objektiv messbare Leistung finden. Generell konnte aber gezeigt werden, dass es möglich ist, die Lücke zwischen der Beobachtung sportlicher Leistungen und der Laborforschung durch den Transfer des experimentellen Settings in die Sportpraxis zu verringern. Dies ist ein vielversprechender Ansatz, der weiter ausgebaut werden sollte, da er korrelative Studien ergänzt. Eine kombinierte Forschungsstrategie könnte daher zukünftig ein tieferes Verständnis der psychologischen und mentalen Faktoren, die sportliche Höchstleistungen begünstigen oder einschränken, ermöglichen und somit weiter dazu beitragen, das Konzept der Rumination für nicht-klinische Bereiche anwendbar zu machen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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