Experimentelle Untersuchungen zum Einfluss funktionaler und dysfunktionaler Kognitionen auf die Leistung.
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Rumination (auch Grübeln) ist ein weit verbreitetes Phänomen, das einen überwiegend maladaptiven Denkstil beschreibt, bei dem Menschen wiederholt negative Gedanken erleben, die sich um vergangene Ereignisse, eigene Gefühle oder negative persönliche Erfahrungen drehen und nur schwer zu unterdrücken sind. Folglich kann ruminatives Denken verschiedene kognitive Prozesse beeinträchtigen und potenziell die Leistungsfähigkeit, das psychische Wohlbefinden und die mentale Gesundheit beeinträchtigen. Rumination wird häufig im Zusammenhang mit letzteren untersucht, nicht zuletzt wegen seiner engen Beziehung zu Depressionen. Daher stellt Rumination vor allem im klinisch-psychologischen Kontext ein vielfach untersuchtes Phänomen dar. Ziel des Projektes war es, das Konzept der Rumination für nicht-klinische Bereiche anwendbar zu machen. Es wurde überprüft in welchem Ausmaß die Leistung(sfähigkeit) von Rumination in nicht-klinischen Stichproben beeinflusst wurde. Da Leistungsfähigkeit im Alltag sehr schwer zu definieren und erfassen ist, sollte die objektive Leistung im Vordergrund stehen. Da diese besonders gut im Leistungssportkontext erfasst werden kann, wurde dieser als Modelkontext für das vorliegende Forschungsprojekt herangezogen. Um das Forschungsziel zu erreichen wurde ein experimentelles Paradigma zur Induzierung von State-Rumination bei Sportlern:innen entwickelt und einer systematischen Untersuchung unterzogen. Ergebnisse aus fünf Experimenten zeigen, dass durch das neu entwickelte 2 Paradigma signifikant State-Rumination induziert werden kann. Darüber hinaus konnte ein erfolgreicher Transfer des experimentellen Settings vom Labor ins Feld in einer Stichprobe mit Fußballern:innen bestätigt werden, allerdings nur in Betrachtung einer Proof-of-Concept- Studie. Die erwarteten Effekte der Rumination auf die sportliche Leistung haben sich bisher nur über indirekte Maße angedeuet und müssen in zukünftigen Studien noch einmal überprüft werden. In einem noch ausstehenden Schritt wird das experimentelle Paradigma in einer Individualsportart, im Golf, angewendet. Zusammengefasst, konnte das Forschungsprojekt trotz Verwendung eines adäquaten methodischen Untersuchungsdesigns noch keinen direkten Beleg für den Einfluss der Rumination auf die objektiv messbare Leistung finden. Generell konnte aber gezeigt werden, dass es möglich ist, die Lücke zwischen der Beobachtung sportlicher Leistungen und der Laborforschung durch den Transfer des experimentellen Settings in die Sportpraxis zu verringern. Dies ist ein vielversprechender Ansatz, der weiter ausgebaut werden sollte, da er korrelative Studien ergänzt. Eine kombinierte Forschungsstrategie könnte daher zukünftig ein tieferes Verständnis der psychologischen und mentalen Faktoren, die sportliche Höchstleistungen begünstigen oder einschränken, ermöglichen und somit weiter dazu beitragen, das Konzept der Rumination für nicht-klinische Bereiche anwendbar zu machen.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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Ruminative Thoughts in Competitive Sports Context: An Initial Validation of the Sports Competition Rumination Scale (SCRS). Poster präsentiert auf dem 16. European Congress of Sport & Exercise Psychology, Padova, Italien
Michel-Kröhler, A., Krys, S. & Berti, S.
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Aktuelle und neue Messinstrumente in der Sportpsychologie. Forschungssymposium am 20.05.2023, 55. ASP-Tagung, Stuttgart, Deutschland
Michel-Kröhler, A.
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Development and initial validation of the Adverse Competition-related Cognition Questionnaire (ACCQ). Präsentation am 21.04.2023, ENYSSP-Tagung, Limerick, Irland
Michel-Kröhler, A., Wessa, M. & Berti, S.
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Experimental induction of state rumination: A study evaluating the efficacy of goal-cueing task in a sample of athletes. Cogent Psychology, 10(1).
Michel-Kröhler, Alena & Berti, Stefan
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Experimental induction of state rumination: A study evaluating the efficacy of goal-cueing task in different experimental settings. PLOS ONE, 18(11), e0288450.
Michel-Kröhler, Alena; Wessa, Michèle & Berti, Stefan
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Wettkampfbezogene negative Kognitionen: Entwicklung und Validierung des Adverse Competion-related Cognitions Quesionnaire. Präsentation am 20.05.2023, 55. ASP-Tagung, Stuttgart, Deutschland
Michel-Kröhler, A., Wessa, M. & Berti, S.
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Adverse competition-related cognitions questionnaire (ACCQ): Development and preliminary validation of a measure identifying different factors of athletes’ cognitions related to competitions. Psychology of Sport and Exercise, 71, 102582.
Michel-Kröhler, Alena; Wessa, Michèle & Berti, Stefan
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Experimental induction of state rumination in youth soccer players on the pitch. Poster präsentiert auf der 56. ASP-Tagung, Berlin, Deutschland
Michel-Kröhler, A. & Berti, S.
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Experimental sport psychology: Development of an experimental paradigm to induce rumination in athletes in the laboratory and the field. Präsentation am 16.07.2024, European Congress of Sport & Exercise Psychology, Innsbruck, Österreich
Michel-Kröhler, A.
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Experimental sport psychology: Development of an experimental paradigm to induce rumination in athletes in the laboratory and the field. Präsentation am 18.09.2024, DGPs- Kongress, Wien, Österreich
Michel-Kröhler, A.
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Rumination in the Context of Individual Goal Achievement. Journal of Applied Sport and Exercise Psychology, 31(2), 49-57.
Michel-Kröhler, Alena; Krys, Sabrina & Berti, Stefan
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The short form of the Sports Competition Rumination Scale (SCRS-SF) for applied sports psychology and research. Poster präsentiert auf dem 17. European Congress of Sport & Exercise Psychology, Innsbruck, Österreich
Michel-Kröhler, A., Krys, S. & Berti, S.
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The Short Form of the Sports Competition Rumination Scale (SCRS-SF) for Applied Sport Psychology and Research. Journal of Applied Sport and Exercise Psychology, 32(2), 58-63.
Michel-Kröhler, Alena; Krys, Sabrina & Berti, Stefan
