Arbeitsmarkteffekte von öffentlichen Garantien für Banken
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Unsere Forschung untersucht die Auswirkungen öffentlicher Bankgarantien auf den Arbeitsmarkt. Öffentliche Bankgarantien sind ein weit verbreiteten Instrument der Politik zur Stabilisierung der Finanzsysteme und Unterstützung von Unternehmen. Das Verständnis der Auswirkungen solcher Garantien auf Beschäftigung und Lohnentwicklung ist gleichermaßen wichtig für politische Entscheidungsträger, Ökonomen und die breite Öffentlichkeit. Wir untersuchen die Auswirkungen öffentlicher Bankgarantien auf die Beschäftigungswahrscheinlichkeit und die Löhne der Arbeitnehmer in Deutschland. Unsere Untersuchung stützt sich auf die Kombination von zwei Datensätzen. Aus einem geschützten Datensatz von Kunden öffentlicher Banken erhalten wir Informationen über die Abhängigkeit bestimmter Branchen und Regionen von öffentlichen Banken. Diesen kombinieren wir mit der Stichprobe der Integrierten Arbeitsmarktbiografien (SIAB), bereitgestellt vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Daraus erhalten wir detaillierte biografische Informationen über die Mitarbeiter der jeweiligen Branchen. Um einen kausalen Effekt zu quantifizieren, nutzen wir das natürliche Experiment, das sich aus der Abschaffung öffentlicher Bankgarantien im Jahr 2001 ergibt. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Bankgarantien nicht, wie beabsichtigt, das die allgemeinen Gehaltsaussichten der Mitarbeiter fördert, sondern signifikant schmälert. Dieses Phänomen wird auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Erwerbslosigkeit zurückgeführt. Die Löhne von Beschäftigten hingegen steigen durch Bankengarantien leicht an. Diese Ergebnisse stellen die Annahme in Frage, dass Mitarbeiter von öffentlichen Bankgarantien profitieren. Sie legen stattdessen ein komplexes Zusammenspiel zwischen Finanzmechanismen und den Dynamiken des Arbeitsmarktes nahe. Im zweiten Papier untersuchen wir, wie die verbesserte Kapitalallokation, die durch die Aufhebung öffentlicher Bankgarantien verursacht wird, die Arbeitsplatzverteilung in produktiven und unproduktiven Unternehmen beeinflusst. Die Aufhebung dient als natürliches Experiment, das den Einfluss der Kapitalallokation auf die Arbeitskräftezusammensetzung identifiziert. Um den Effekt zu testen, konstruieren wir einen abgeglichenen Datensatz. Dies wird erreicht, indem ein mikroadministrativer Datensatz auf Unternehmensebene zu Arbeitsmarktergebnissen mit einem proprietären Bank-Firmen-Datensatz verknüpft wird. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stellt großzügig den administrativen Datensatz zur Verfügung. Dieser umfasst eine 50% Stichprobe deutscher Unternehmen mit Beschäftigten. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen, die stark auf versicherte Finanzinstitutionen angewiesen sind, einen negativen Einfluss auf den Anteil der Fachkräfte und den Lohnaufschlag erfahren. Darüber hinaus leiden unproduktive Unternehmen im Vergleich zu produktiven Unternehmen stärker unter den Auswirkungen. Die Ergebnisse legen nahe, dass die durch die Aufhebung verursachte Kapitalumschichtung die Effizienz der Umverteilung von Fachkräften zwischen Unternehmen verbessern könnte.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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"Do Public Bank Guarantees Affect Labor Market Outcomes? Evidence from Individual Employment and Wages", IWH Discussion Paper, 7, 2024
Baessler, L., Gebhardt, G., Gropp, R., Guettler, A. & Taskin, A.
