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Offshore. Energiekulturen der Nordsee

Antragstellerin Dr. Katie Ritson
Fachliche Zuordnung Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft; Kulturwissenschaft
Europäische und Amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaften
Förderung Förderung von 2021 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 455390570
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Ziel von OFFSHORE war es, eine systematische Studie über die „Petrokultur“ der Nordsee zu erstellen, wobei der Schwerpunkt auf den beiden wichtigsten Förderländern, Norwegen und Großbritannien, lag. Ausgehend von der Annahme, dass das wachsende Bewusstsein für die Klimakrise ein neues Interesse an der durch die Öl- und Gasförderung erzeugten „Kultur“ hervorruft, wurden im Rahmen des Projekts neuere Romane, Gedichte, Filme und Ausstellungen zusammengetragen, um zu analysieren und zu vergleichen, wie das Nordseeöl in Norwegen und Großbritannien wahrgenommen und dargestellt wird. Das Projekt begann im Jahr 2021, mitten in der Covid-19-Pandemie und weniger als ein Jahr vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine. Beide Ereignisse waren für die Sichtbarmachung der Energiesysteme und ihrer Vulnerabilitäten in Nordeuropa von Bedeutung und unterstrichen die Relevanz des Themas. Während der Laufzeit des Projekts gab es nicht weniger als sechs große Wechselausstellungen zur Öl-/Energiegeschichte (in Aberdeen, Wolfsburg, Stavanger, Oslo und Wien) sowie eine Reihe neuer Romane, Filme und Kunstwerke aus Norwegen und dem Vereinigten Königreich. Die Monografie, die aus diesem Projekt hervorgeht, konzentriert sich auf das kulturelle Schaffen zwischen 2006 und 2023, also in dieser Zeit der verschärften und vielfältigen Energie-„Krisen“, die den Extraktion der fossilen Brennstoffe in ein immer grelleres Licht rücken. Meine Forschung im Rahmen des Projekts stützt sich auf neue theoretische Erkenntnisse aus den „Energy Humanities,“ um eine Auswahl dieser sehr aktuellen Auseinandersetzungen mit dem „Ölboom“ in der Nordsee in den 1970er und 1980er Jahren zu analysieren. Dieser historische Zeitraum — im Norwegischen oft als der des „oljeeventyr" (Ölmärchens) bezeichnet — war die Zeit, in der die Ölvorkommen in der Nordsee wirtschaftlich nutzbar wurden und zu Wohlstand führten. Zeitgenössische Darstellungen dieser Zeit sind spärlich und konzentrieren sich weitgehend auf technische Details; die neueren Darstellungen, die Gegenstand dieser Studie sind, stehen dem Märchen kritischer gegenüber und verkomplizieren insbesondere dessen erzählerische Eckpfeiler — Anfang, Plot und Ende — mit dem langen Lebenskreislaufs des Öls. Die Analyse in diesem Projekt kommt zu dem Schluss, dass die literarische und kulturelle Produktion untrennbar mit dem Überfluss an billigem Öl und Gas verbunden ist, aus dem sie gespeist wird, und dass es derzeit ein tief empfundenes Bedürfnis gibt, dies zu verstehen und darüber nachzudenken. Darüber hinaus suchen (und finden) Schriftsteller:innen und Künstler:innen neue Wege, Geschichten über den Ölboom zu erzählen, die sich von der narrativen Logik des Erdölzeitalters distanzieren.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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