Detailseite
Projekt Druckansicht

Thermoschock- und korrosionsbeständige wärmedämmende Werkstoffverbunde auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen für den Einsatz im Stahluntergussverfahren

Fachliche Zuordnung Glas und Keramik und darauf basierende Verbundwerkstoffe
Förderung Förderung von 2021 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 456277449
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Im Rahmen dieses Projektes wurde ein neuer Werkstoffverbund aus einem Wärmedämmstoff basierend auf dem natürlichen Rohstoff Reisschalenasche (RSA) und einer flammgespritzten keramischen Beschichtung für den Einsatz im Stahluntergussverfahren erforscht. Dabei erfolgte zunächst eine umfassende Charakterisierung verschiedener RSA-Substratmaterialien vor allem im Hinblick auf ihre Hochtemperatureigenschaften und -stabilität. Dabei wurde eine ausreichende Feuerfestigkeit bis 1600 °C für Materialvarianten mit hohem SiO2-Gehalt (>94 Ma.-%) registriert. Festgestellt wurde jedoch auch eine stark nicht-lineare thermische Dehnung des RSA-Substratmaterials, welche auf eine Phasenumwandlung von α- zu β-Cristobalit im Temperaturbereich von 250 °C – 280 °C zurückzuführen war. Es folgte eine umfassende Charakterisierung der Eigenschaften flammgespritzter Al2O3, Al2O3-TiO2 und Al2O3-TiO2-ZrO2 Schichten (resultierende Schichtdicke, Festigkeitsverteilung, E-Modul, R-Kurvenverhalten, unterkritisches Risswachstum, thermische Dehnung) mit Korrelation zu den Spritzparametern. Anschließend wurden Werkstoffverbunde hergestellt und hinsichtlich Mikrostruktur, Schichthaftung und Oxidationsbeständigkeit charakterisiert. Dabei zeigte sich eine ausreichend hohe Schichthaftung, welche über Mikrostrukturanalyse auf eine Verklammerung der Flammspritzschicht mit der rauen RSA-Substratoberfläche zurückgeführt wurde. Eintauchversuche von allseitig beschichteten Prismen in einer Stahlschmelze (1600 °C) bestätigten die Hochtemperaturstabilität sowie Thermoschockbeständigkeit des Werkstoffverbundes. Abschließend wurden mittels Flammspritzen in Kooperation mit dem Industriepartner beschichtete Kanalrohrstein-Prototypen (105 x 105 x 250 mm³) hergestellt, und mit Stahlschmelze erfolgreich, d.h. ohne Auslaufen, beaufschlagt. Die erstarrten Stahlblöcke wurden hinsichtlich ihrer Population nicht-metallischer Einschlüsse charakterisiert. Dafür wurde eine allgemein anwendbare Routine zur Einschlussanalyse mittels automatisierter Feature Analyse (automatisierter Rasterelektronenmikroskopie) inkl. umfassender detaillierter und statistischer Auswertung entwickelt. Die Ergebnisse der Abgussversuche zeigten sogar eine leicht geringere Einschlusspopulation im Stahl nach Kontakt mit dem neuentwickelten Werkstoffverbund im Vergleich zum Schamotte-basierten Referenzmaterial.

Link zum Abschlussbericht

https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:105-qucosa2-956383

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung