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Untersuchung der polygenen Architektur von entwicklungsbedingten und epileptischen Enzephalopathien

Fachliche Zuordnung Molekulare und zelluläre Neurologie und Neuropathologie
Klinische Neurologie; Neurochirurgie und Neuroradiologie
Förderung Förderung von 2021 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 456794357
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen und betrifft Millionen von Menschen weltweit. Während einige Fälle auf seltene genetische Mutationen zurückzuführen sind, entstehen andere durch ein komplexes Zusammenspiel mehrerer genetischer Faktoren. Ziel dieses Forschungsprojekts war es, die genetischen Ursachen von Epilepsie, insbesondere schwerer Formen wie der Entwicklungs- und epileptischen Enzephalopathien (DEEs), besser zu verstehen. DEEs werden häufig mit seltenen genetischen Varianten in Verbindung gebracht. Allerdings lassen sich solche Varianten in vielen Fällen nicht durch genetische Tests nachweisen, und die Ausprägung von DEEs kann sich stark zwischen betroffenen Personen unterscheiden. Im ersten Teil dieser Studie untersuchten wir, ob komplexere genetische Einflüsse, sogenannte polygene Faktoren, diese Unterschiede erklären könnten. Unsere Ergebnisse zeigten, dass polygene Faktoren tatsächlich eine Rolle bei DEEs spielen. Interessanterweise war ihr Einfluss unabhängig davon, ob eine bekannte krankheitsverursachende seltene Variante vorlag. Zudem stellten wir eine genetische Verbindung zwischen Epilepsie und psychischen Erkrankungen wie Depressionen, ADHS und Schizophrenie fest. Derzeit erforschen wir, wie polygene Faktoren bestimmte Symptome (z. B. Anfallsarten, kognitive Beeinträchtigungen) beeinflussen und zur Arzneimittelresistenz bei Epilepsie beitragen. Im zweiten Teil dieses Projekts konzentrierten wir uns auf eine spezifische Form von DEE, die mit dem Gen AP2M1assoziiert ist. Um die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen besser zu verstehen, verwendeten wir genetisch veränderte Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster). Unsere Experimente zeigten, dass Defizite in AP2M1 zu Veränderungen in der Struktur von Nervenzellen führten und die Fliegen bei Hitze eine Paralyse aufwiesen. Überraschenderweise waren AP2M1-defiziente Fliegen jedoch resistenter gegen epileptische Anfälle. Dies deutet darauf hin, dass Epilepsie bei Menschen mit AP2M1-Mutationen nicht direkt durch Funktionsstörungen an den Nervenenden (Synapsen), sondern vielmehr durch Störungen in der neuronalen Entwicklung entsehen könnte. Wir testeten außerdem mehrere anfallssuppressive Medikamente (ASM) an Drosophila-Linien mit anfallsartigem Verhalten und stellten ein unterschiedliches Ansprechen für spezifische ASM fest. Dies zeigte das Potenzial von Drosophila als Screening-Methode zur Erprobung neuer Wirkstoffe auf. Derzeit arbeiten wir an weiteren Studien mit Drosophila, um andere Formen von DEEs zu erforschen. Dies könnte helfen, in der Zukunft gezieltere Behandlungsmethoden zu entwickeln.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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