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Neue prekäre Siedlungen, das Kontinuum zwischen dem informellen und formellen Wohnungssektor und die Frage des Zugangs zu Wohnraum in Europa

Fachliche Zuordnung Humangeographie
Förderung Förderung von 2021 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 456815877
 
Erstellungsjahr 2022

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die beschriebene Forschung dokumentiert, wie die dezentralisierten und manchmal kaum wahrnehmbaren Praktiken der einfachen Menschen zu einem stabilen Merkmal und einer relevanten Kraft bei der Koproduktion der lokalen Wohnungsrealitäten in wohlhabenden europäischen Städten werden. Durch die Gegenüberstellung von umstrittenen, erfolgreichen und "unauffälligen" Phänomenen des gewöhnlichen Wohnens hat die Untersuchung diesen Einfluss aufgedeckt und die Einbettung der Informalität in europäischen Städten mit hohem Einkommen dokumentiert. Die Untersuchung zeigt, wie weit verbreitet und hybrid die lokalen Wohnungsmärkte sind. Diese Erkenntnisse kommen auf verschiedene Weise zum Ausdruck. Erstens zeigt die Dokumentation der schrittweisen Erweiterung von Hinterhöfen in der Metropole London, dass formelle/informelle Morphologien und Prozesse (einschließlich Nachbarschaftsverhandlungen) äußerst verbreitet sind und in allen Einkommensschichten auftreten. Sie führen zur Verdichtung der Metropole durch völlig dezentralisierte Prozesse, die von einzelnen Wohnungseigentümern vorangetrieben werden. Zweitens zeigt die Untersuchung des immer beliebter werdenden Phänomens der Bootswohnungen, dass sich die Grenzen dessen, was auf den heutigen Wohnungsmärkten als legitime Wohnform angesehen werden kann, verschieben. Dieser Prozess wird jedoch nicht nur durch die Entscheidungen des öffentlichen Sektors und den Druck des Marktes bestimmt, sondern auch durch eine Reihe unterschiedlicher Strategien, die die Bootsbewohner anwenden, um an Ort und Stelle zu bleiben, darunter Formalisierung, Ad-hoc-Befürwortung, Nichteinhaltung von Vorschriften und das Verbleiben unter dem Radar. Schließlich dokumentiert die Untersuchung die weit verbreitete Präsenz und historische Kontinuität prekärer Behelfssiedlungen in der Metropole Paris. Obwohl viele dieser Behelfssiedlungen nur von kurzer Dauer sind und vom öffentlichen Sektor zu vielen Zeitpunkten in der Geschichte beseitigt wurden, bestehen sie als ein bewegliches und verstecktes Phänomen fort, das die Bedeutung ungenutzter Räume als Chance für die Entwicklung von Unterkünften für extrem marginalisierte Gruppen neu definiert.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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