Kraft der Hermeneutik Paul Ricœur’s Werk in seinem historischen Kontext
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Das Projekt erschließt, erklärt und reaktualisiert das Lebenswerk Paul Ricœurs systematisch im Hinblick auf die für die Philosophische Anthropologie zentralen Grundprobleme auf der Höhe des heutigen Diskussionsstands. Unter dem Titel Grundfragen hermeneutischer Anthropologie mit den Schwerpunkten Existenz, Interpretation, Praxis, Geschichte liegt eine vierbändige kooperative Forschungsbilanz von über 60 Kolleg:innen aus dreizehn Ländern mit über 80 Beiträgen vor (2024 veröffentlicht im Verlag K. Alber/Baden-Baden). Sie wird zum einen ergänzt durch die Ergebnisse einer vorangegangenen Pilotkonferenz mit weiteren 29 Beteiligten zur Geschichtskritik nach ›1945‹. Aktualität und Stimmenvielfalt, in deren Kontext das Gesamtwerk Ricœurs situiert werden sollte (2023 veröffentlicht bei Meiner, Hamburg). Zum anderen wird die kollektive Bilanz ergänzt durch Supplement-Bände. Diese vertiefen schwerpunktmäßig: erstens methodologische Fragen mit Bezug auf Ricœurs Auseinandersetzung mit der Phänomenologie und deren aktuellsten Entwicklungen; zweitens inhaltlich die sozial- und geschichtsphilosophische Gewaltproblematik, die das zentrale Anliegen des Projekts war; und drittens die ästhetisch-politischen Implikationen der Arbeitsergebnisse. Die auf diese Weise dokumentierte sozialphilosophische und geschichtskritische Ausrichtung des ganzen Projekts ist nicht zuletzt Ausdruck der Verantwortung akademischer Arbeit an diesen Problemfeldern im europäischen Horizont und im Kontext der mit ihm einhergegangenen Gewaltgeschichte. Aus der Wahrnehmung dieses Zusammenhangs ist der entscheidende Impuls zu diesem Großprojekt hervorgegangen. Dem trägt nun auch die Anlage der publizierten Forschungsergebnisse Rechnung.
