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Gesundheitliche Folgen von Covid-19: Gibt es persistierende Beeinträchtigungen? Eine epidemiologische Studie am Universitätsklinikum Essen

Fachliche Zuordnung Epidemiologie und Medizinische Biometrie/Statistik
Förderung Förderung von 2021 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 458514228
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

In der „Gesundheitsstudie zu COVID-19 – POSTCOVE“ wurden insgesamt 801 Essener Bürgerinnen und Bürger (54.3% weiblich) im Alter von 18 bis 75 Jahren mit einer SARS-CoV-2-Infektion im Zeitraum von März bis November 2020 einem umfangreichen Untersuchungsprogramm (Anamnese, Befragung zu soziodemografischen und psychosozialen Faktoren, Kognitionstestung, Anthropometrie, Spirometrie, Greifkraft, Testung Geruchssinn, Messung Herz-Kreislauf Parameter, Bioproben) unterzogen. Der Untersuchungen starteten im September 2021 und gingen bis Mai 2023. Die Untersuchung lag durchschnittlich 21.6 (SD±3.8; Min. 13.0; Max. 36.3) Monate nach dem Infektionsdatum. Alle Untersuchungen folgten standardisierten Protokollen und unterlagen einer fortlaufenden Qualitätssicherung. Etwas mehr als die Hälfte der Studienteilnehmenden (55,6%, n=445) berichteten mindestens ein anhaltendes Symptom zum Zeitpunkt der Untersuchung, welches auf die SARS-CoV-2-Infektion vor >12 Monaten zurückgeführt wurde. Fast jeder vierte Studienteilnehmende berichtete von anhaltenden Konzentrationsstörung. Auch anhaltende Abgeschlagenheit (Fatigue), Atemwegsprobleme und Geruchsstörungen wurden häufig berichtet. Bei allen Symptomen lag der empfundene Grad der Beeinträchtigung durchschnittlich im mittleren Bereich. Die geschätzten Prävalenzen einer anhaltenden Symptomatik nach SARS-CoV-2-Infektion sind vergleichbar zu anderen Studienpopulationen. Mit der Größe der Studienpopulation und dem Umfang der durchgeführten Untersuchungen bietet die POSTCOVE Studie sehr gute Voraussetzungen, um Risikofaktoren für eine lang anhaltende Post-Covid-Symptomatik zu untersuchen. Die Studie hat zudem das Potential, durch weitere Untersuchungen und Befragungen in eine prospektive Langzeitstudie überführt zu werden, um so zur Erforschung des Post-Covid-Syndroms über noch längere Zeiträume beizutragen. Derzeit werden mit Daten der POSTCOVE Studie Publikationen zu unterschiedlichen Fragestellungen erstellt. Es ist zu erwarten, dass Ergebnisse der Studie nach Publikation ein breites mediales Interesse erfahren.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

  • Zusammenhang zwischen dem Schweregrad einer COVID-19-Erkrankung und Störungen des subjektiven Wohlbefindens 1,5 Jahre nach SARS-CoV-2-Infektion. 67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (GMDS), 13. Jahreskongress der Technologieund Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. (TMF). sine loco [digital], 21.-25.08.2022. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2022. DocAbstr. 78
    Schramm, Kowall, Jöckel & Stang, Schmidt
 
 

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