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Der Staatlichkeits-Index „StIx“: Messanlage und Analyse der Staatlichkeit

Fachliche Zuordnung Politikwissenschaft
Förderung Förderung von 2021 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 459600882
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das DFG-Projekt „Der Staatlichkeits-Index „StIx“: Messanlage und Analyse der Staatlichkeit“ widmet sich der Entwicklung eines Messinstruments der Staatlichkeit. Das dreidimensionale institutionelle Staatskonzept mittlerer Reichweite basierend auf Rechts-, Gewalt- und Verwaltungsmonopol berücksichtigt erstmals das Rechtsmonopol in der Staatlichkeitsmessung. Gleichfalls wird der bei anderen Messkonzepten oftmals vorliegende Regime-Bias vermieden, indem keine Regimeindikatoren für die Messung verwendet wurden. Zudem wird durch den Einbezug informeller Institutionen in Konzeption und Messung eine theoretisch erfasste, aber methodisch bislang nicht ausreichend erschlossene Forschungslücke aufgegriffen. Der Staatlichkeits-Index „StIx“ wird anhand des Datensatzes „Varieties of Democracy“ operationalisiert und ein Index erstellt, der vorhandene Staatlichkeitsindizes bezüglich der Fallzahlen und Messzeitpunkte (1950-2023) weit übersteigt. Die freie Nutzbarkeit der produzierten Daten wird durch die Veröffentlichung von Datensatz und Codebuch auf einer eigenen Homepage gewährleistet. Die Homepage richtet sich sowohl an die Forschung, Akteure aus der politischen Praxis, Student*innen und die interessierte Öffentlichkeit. Zudem bietet die Homepage mit den Online Analyse Tools die Möglichkeit, die Welt der Staaten zu erkunden und spezifische Staatenprofile sowie Trends und regionale Verteilungsmuster zu analysieren. Die Ergebnisse der Messung können auf der Homepage nach eigene Selektionskriterien bearbeitet und heruntergeladen werden. Ebenso finden sich Erläuterungen zum Datensatz, Auswahl der Indikatoren und zu den Aggregationsverfahren auf der Homepage. Die zu den Datensätzen veröffentlichten Reports (2022, 2023) geben Einblick in neueste Entwicklungen der Staatlichkeit, regionale Verteilungsmuster sowie Top- und Worst Performer mit kurzen Erläuterungen. Im Jahr 2023 sind 94 der 174 Staaten in unterschiedlichen Ausmaßen defekt und sechs Staaten sind als nichtfunktional bzw. kollabiert einzustufen. Auch wenn somit mehr als die Hälfte aller Staaten als fragil klassifiziert wird, ist die Bilanz von 2022 auf 2023 leicht positiv: In 92 Staaten konnten Verbesserung festgestellt werden, während in 78 Staaten Verschlechterungen der Staatlichkeit zu verzeichnen sind, besonders in Surinam und Burundi. Ausgeprägte Verbesserungen finden sich z.B. in Tansania, Aserbaidschan und Tunesien. Singapur ist weiterhin weltweit der am besten funktionierender Staat, gefolgt von Estland und Dänemark; Deutschland verbessert sich und belegt 2023 den vierten Platz. Libyen, der Jemen und Haiti belegen die letzten Plätze des Rankings. Die wissenschaftlichen Analysen ausgewählter Forschungsfragen zu Entwicklungsmustern der Staatlichkeit (Stawski 2024), zum Zusammenhang von politischer Kultur und Staatlichkeit sowie zum Staat-Regime-Nexus verdeutlichen darüber hinaus die wissenschaftliche Einsatzfähigkeit des Datensatzes.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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