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Fortsetzende Studie über die zwei neu gefundenen buddhistischen Sanskrit-Manuskripte eines umfassenden philosophischen Werkes, das Jitāri zugeschrieben wird: Vollendung der ausständigen editorischen Arbeiten und Durchführung weiterer historisch-philosophischer Studien ausgewählter Kapitel.

Antragsteller Junjie Chu, Ph.D.
Fachliche Zuordnung Asienbezogene Wissenschaften
Geschichte der Philosophie
Förderung Förderung von 2021 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 460693294
 
Es ist seit langem bekannt, dass in Lhasa eine große Anzahl seltener Sanskrit-Manuskripte erhalten geblieben ist. Jene, die die wichtigsten buddhistischen philosophischen Werke enthalten, wurden 1987 fotografiert. Diese Fotokopien werden zur Zeit im China Tibetology Research Center, Peking, aufbewahrt. Der Zugang zu diesen Dokumenten bleibt jedoch stark eingeschränkt. Der Antragsteller hat das Glück Zugang zu zwei Manuskripten (112+55 Blätter) erhalten zu haben, die ein sehr wichtiges Werk des Philosophen Jitāri (ca. 940-980 n. Chr.) mit dem Titel "[Eine Sammlung von] Themen der Debatte" (vādasthānāni) enthalten. Dieses Werk besteht aus 22 systematischen Expositionen, die größtenteils bisher völlig unbekannt sind. Das beantragte Projekt wird auf der Grundlage dieser beiden Manuskripte durchgeführt werden.Jitāri ist ein bekannter buddhistischer Philosoph, der einen starken Einfluss auf die spätere Periode der Geschichte der indischen buddhistischen Philosophie ausübte. In den diversen Kapiteln seiner Vādasthānāni werden verschiedenste Themen diskutiert, wie z.B. die Negation der Existenz des Universalen, die Negation der Existenz Gottes, der Beweis der Vergänglichkeit, der Beweis der Nicht-Existenz des Selbst, der Beweis der Allwissenheit des Buddhas etc. All diese Themen sind Gegenstand langdauernder Debatten zwischen buddhistischen, brahmanischen und Jaina-Philosophen. Bis vor kurzem war unser Wissen über Jitāri jedoch sehr dürftig. Daher kann der Wert dieser neu verfügbaren Materialien kaum überbewertet werden; sie werden nicht nur unsere Einsicht in Jitāris Gedanken erweitern, sondern auch unser Wissen über seine historischen und philosophischen Beziehungen zu anderen Autoren wesentlich bereichern und somit ein besseres Verständnis der späteren Periode der indischen buddhistischen Philosophie in Südasien ermöglichen.In der vorherigen Phase des von Prof. Eli Franco durchgeführten Projekts wurden vom vorliegenden Antragsteller ein Entwurf einer diplomatischen Ausgabe des gesamten Textes und eine kritische Ausgabe von zwei Kapiteln erstellt. Ziel der beantragten Fortsetzung des Projekts ist es, die ausständigen editorischen Arbeiten zu vollenden d.h., den Entwurf der diplomatischen Ausgabe zu überarbeiten und fertigzustellen, sowie die weiteren Kapitel kritisch zu bearbeiten, um die kritische Ausgabe des gesamten Textes abzuschließen. Auf der Grundlage der kritischen Ausgabe wird eine historisch-philosophische Studie zu einigen ausgewählten Kapiteln durchgeführt. Das Ergebnis wird voraussichtlich in der Reihe "Sanskrit-Texte aus der Autonomen Region Tibet" des China Tibetology Research Center und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Peking-Wien, veröffentlicht.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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