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Exploring Dimensions of Epistemic Intimidation

Subject Area Theoretical Philosophy
Term from 2021 to 2025
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 460781020
 
Final Report Year 2025

Final Report Abstract

Das Projekt „Dimensionen epistemischer Einschüchterung“ widmete sich der Untersuchung der epistemischen Relevanz systematischer Einschüchterung von Forscher:innen, einem bislang philosophisch noch wenig erforschten Phänomen an der Schnittstelle von gesellschaftlich relevanter Wissenschaftsphilosophie und sozialer Erkenntnistheorie. Das Projekt wurde in Kooperation mit Prof. Dr. Manuela Fernández Pinto (Wissenschaftsphilosophie, Universidad de los Andes) durchgeführt. Zentral im Projekt war die Einführung des Begriffs der epistemischen Einschüchterung und ein damit verbundenes begriffliches Framework. Es sollte ein tragfähiges begriffliches Instrumentarium in die akademischen und öffentlichen Debatten eingebracht werden, um die epistemischen Probleme der wachsenden Wissenschaftsfeindlichkeit in demokratischen Gesellschaften benennen und in der Folge besser verstehen und weiter erforschen zu können. Epistemische Einschüchterung bezeichnet der im Projekt entwickelten Definition zufolge gezielte Angriffe auf Wissenschaftler:innen in ihrer Rolle als epistemische Akteure, insbesondere wenn ihre Forschungsergebnisse gesellschaftlich oder politisch unerwünschte Implikationen haben, wobei durch diese Angriffe epistemischer Schaden verursacht wird. Wenn die Angriffe durch politisch oder wirtschaftlich hinreichend mächtige Gruppen orchestriert werden, handelt es sich um den zentralen Fall epistemischer Einschüchterung. Angriffe, die unter den zentralen Fall epistemischer Einschüchterung fallen, zielen darauf ab, Forschung zu bestimmten Fragen zu verhindern oder zu verzerren und somit unliebsame Positionen zu unterminieren und insgesamt eine feindselige Atmosphäre gegenüber bestimmten Forschungsrichtungen zu schaffen. Neben der wissenschaftsepistemologischen Analyse und der damit einhergehenden Begriffsarbeit, haben wir auf Grundlage zahlreicher Fallstudien eine Typologie von Einschüchterungsstrategien sowie der epistemischen Kosten, insbesondere der Auswirkungen auf die wissenschaftliche Praxis, vorgenommen. Zudem haben wir Vorschläge zur Verbesserung der Situation ausgearbeitet, wobei wir einerseits empirisches Material zu Maßnahmen, die bereits an Universitäten und von Anlaufstellen eingesetzt werden, zusammengetragen haben; andererseits haben wir auf Grundlage aktueller Beiträge zur Erosion der Demokratien normativ dafür argumentiert, dass die wachsende Wissenschaftsfeindlichkeit nur im Zusammenspiel mit einer Stärkung der Demokratie – insbesondere durch den Abbau der wachsenden sozialen Ungleichheit – bekämpft werden kann.

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