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Dielektrische Spektroskopie und Rheologie polymerer und niedermolekularer Elektrolyte im Bereich der linearen und nichtlinearen Antwort

Antragsteller Professor Dr. Roland Böhmer, seit 8/2021
Fachliche Zuordnung Polymermaterialien
Statistische Physik, Nichtlineare Dynamik, Komplexe Systeme, Weiche und fluide Materie, Biologische Physik
Förderung Förderung von 2021 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 461147152
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Entwicklung neuer Technologien richtet den Blick der modernen Materialwissenschaften zunehmend auf den Bereich der weichen Materie. Oft lassen spezifische Eigenschaftskombinationen ein Material für bestimmte Anwendungen interessant werden. Brauchbare Batterieelektrolyte sollten beispielweise eine hohe Ionenleitfähigkeit mit einer hinreichenden mechanischen Stabilität verknüpfen. Die entsprechenden Charakteristika und deren komplexes Wechselspiel haben wir im vorliegenden Projekt hauptsächlich mit der breitbandigen dielektrischen und Leitfähigkeits-Spektroskopie sowie der Scherrheologie für eine Reihe niedermolekularer und polymerer Glasbildner erforscht. Insbesondere wurden Methoden eingesetzt und weiterentwickelt, welche die untersuchten Materialien großen elektrischen, mechanischen und thermischen Störungen unterwerfen wie sie oft auch bei praktischen Beanspruchungen auftreten. Im nunmehr abgeschlossenen Projekt ging es allerdings weniger um technisch relevante Optimierungen als vielmehr um die Aufklärung der Mechanismen, die in den untersuchten Materialien aktiv sind. Insbesondere gelang es, mit der nichtlinearen Rheologie in den zuvor schwer zugänglichen Bereich der Strukturrelaxation vorzustoßen und die intensiv diskutierten "humps" nachzuweisen, hier in Form von Maxima der kubischen Schubmoduln. Ebenso lieferten die mittels großer Feld- und Temperaturänderungen hervorgerufenen Transienten wesentliche Einsichten in die für die Verglasung der untersuchten Stoffe relevanten Freiheitsgrade. Um physikalische Alterungserscheinungen hochviskoser Materialien präzise zu erfassen, konnten wir eine rheologiebasierte Fourier-Temperaturoszillations-Methode konzipieren und erfolgreich im Labor umsetzen. Die detaillierte theoretische Analyse dieses Experimentes führte zu einer Weiterentwicklung des standardmäßig für die quantitative Auswertung differenzkalorimetrischer und dilatometrischer Messungen eingesetzten Modells. Durch die Verallgemeinerung des Tool- Narayanaswamy-Ansatzes im Rahmen einer Wiener-Volterra-Reihe steht damit ein Werkzeug für die systematische Beschreibung von Materialeigenschaften im noch stärker nichtlinearen Bereich zur Verfügung.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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