Dimensionen religionspädagogisch-hermeneutischer Forschung. Methodologische und forschungsmethodische Fundierungen
Evangelische Theologie
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Die religionspädagogische Forschung war bis in die 1980er Jahre von historischen und geisteswissenschaftlich-hermeneutischen Ansätzen geprägt, die sich mit der Bedeutung religiöser Traditionen und ihrer Vermittlung auseinandersetzten. Ab den 1990er Jahren führte eine empirische Wende zu einer methodologischen Verschiebung, wobei hermeneutische Ansätze oft unzureichend entwickelt blieben. Es fehlt an einer umfassenden Methodologie, die die spezifischen Anforderungen der Religionspädagogik berücksichtigt und interdisziplinär anschlussfähig ist. Die Entwicklung einer eigenständigen religionspädagogisch-hermeneutischen Methodologie und entsprechender hermeneutischer Methoden sind daher notwendig. Diese sollen dazu beitragen, neue Wege der Erkenntnisgewinnung zu eröffnen, insbesondere durch die Zusammenarbeit mit theologischen und benachbarten Disziplinen. Das Netzwerk hat sich zum Ziel gesetzt, ein Handbuch zu entwickeln, das als methodologisches Referenzwerk für Studium und Forschung dient und die religionspädagogische Forschung stärkt. Es sollen zentrale Fragen zur hermeneutischen Arbeitsweise in der Religionspädagogik systematisch behandelt werden, etwa zu den wissenschaftstheoretischen Bezugssystemen und den Operationalisierungsschritten hermeneutischer Methoden. Ziel ist es, die interdisziplinäre Anschlussfähigkeit der religionspädagogischen Hermeneutik zu stärken und ein Handbuch zu veröffentlichen, das eine fundierte Grundlage für hermeneutische Forschung bietet. Das Handbuch entstand im Rahmen zweier interdisziplinärer Tagungen sowie zahlreicher interner Netzwerktreffen. Es umfasst interdisziplinäre Beiträge, die von 50 Autor*innen verfasst und in 11 Hauptkapitel gegliedert wurden. So entsteht ein Überblick über hermeneutische Konzepte aus verschiedenen, für die Religionspädagogik relevanten Disziplinen. Es bezieht die Vielfalt hermeneutischer Zugänge auch auf unterschiedliche religionspädagogische Gegenstandsbereiche und reflektiert, wie diese mit ihren spezifischen inhaltlichen Anforderungen in Hinblick auf hermeneutische Standards und Gütekriterien operationalisiert werden können. Um diese Vielfalt und Mehrperspektivität für Leser*innen zu rahmen und zu fokussieren, stellt das Handbuch ein programmatisches von den Herausgeber*innen verfasstes, umfassendes Eingangskapitel voraus, das eine Gesamtkonzeption und Ordnungsstruktur religionspädagogischer Hermeneutik bietet, indem es die verschiedenen Perspektiven und Zugänge flankiert und zentrale Dimensionen fokussiert. Hieraus werden Kriterien hermeneutischen Arbeitens methodisch ableitet, ohne dabei die Mehrperspektivität und Pluralität religionspädagogischer Hermeneutik(en) zu unterlaufen. Das Handbuch versteht sich als zentrales Referenzwerk und ist sowohl auf die Fachcommunity als auch eine breite Leser*innenschaft ausgerichtet, insbesondere auf Studierende und Nachwuchswissenschaftler*innen. Es erscheint 2025 als Print- und Open Access-Publikation im renommierten Mohr Siebeck Verlag.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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Handbuch Religionspädagogische Hermeneutik. Mohr Siebeck.
Gärtner, Claudia; Kumlehn, Martina; Lindner, Konstantin; Schröder, Bernd; Simojoki, Henrik & Woppowa, Jan
