Die Bedeutung der follikulären T-Helferzellen für die IgE-Immunantwort gegen Gifte tierischer Herkunft
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Bisse und Stiche giftiger Tiere (hauptsächlich Schlangen) sind verantwortlich für mehr als 100.000 Todesfälle jährlich. Zudem können sie zu chronischer Morbidität und dauerhafter Arbeitsunfähigkeit führen. Ungefähr 2 Millionen Menschen erleiden jährlich einen durch Gifte tierischer Herkunft verursachten Schaden. Antikörper spielen eine entscheidende Rolle bei der Abwehr von Giften. Sie können die im Gift enthaltenen Toxine entweder direkt neutralisieren oder darüber hinaus eine zellvermittelte Neutralisation der Toxine bewirken. Daher ist der durch die Antikörper vermittelte Schutz entscheidend für das Überleben und Schadensminimierung nach einem Biss. Andererseits können Antikörper gegen Gifte bei einigen Menschen die Anaphylaxie – eine schwere allergische Reaktion – auslösen die lebensbedrohlicher als die Vergiftung selbst sein könnte. Bienen- und Wespengift sind (neben Lebensmitteln und Medikamenten) einer der Hauptauslöser von Anaphylaxie. Somit haben Antikörper gegen Gifte tierischer Herkunft sowohl einen protektives als auch schädigendes Potential. Follikulären T-Helferzellen (TFH-Zellen) sind verantwortlich für die Unterstützung der Generierung von potenten Antikörpern. Es wurde gezeigt, dass diese Zellen eine entscheidende Rolle in Immunreaktionen spielen, die durch Impfstoffe, manche Erreger und Aeroallergen aber nicht durch bestimmte virale Infektionen hervorgerufen werden. Die Rolle der TFH-Zellen bei durch Gift induzierten Immunreaktionen, der Verlauf dieser Reaktionen und die Affinität der erzeugten Antikörper wurden bisher noch nie in vivo untersucht und waren Gegenstand dieses Projekts. Im Rahmen dieser Studie konnten wir die durch Gift induzierten Antikörper, antikörperproduzierenden Zellen und TFH-Zellen charakterisieren. Wir stellten fest, dass die Hilfe der TFH-Zellen entscheidend für die Erzeugung hoch-affinär Antikörper nach Exposition gegenüber Gift war. Weiterhin untersuchten wir die Rolle von Interleukin 4, das von TFH- Zellen produziert wird, in Gift-induzierten Immunreaktionen. Die während dieses Projekts gewonnenen Daten helfen uns, die Immunreaktionen auf Gifte tieriescher Herkunft besser zu verstehen. In den letzten Jahrzehnten haben die Forscher bedeutende Fortschritte bei der Entwicklung von gegen verschiedene Krankheitserreger optimierten Impfstoffen und Therapien gemacht, indem sie die Mechanismen der Immunreaktionen, die diese hervorriefen, untersuchten. Auf ähnliche Weise können unsere Ergebnisse zur Entwicklung besserer Immuntherapieschemata für Giftallergien, Gegengifte und vor allem von Impfstoffen zum Schutz vor Vergiftungen beitragen.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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Autumn Immunology Conference; 22-25 November 2023; Chicago, Humoral immune responses induced by venom are Tfh cell-dependent. Abstract, poster, and oral presentation.
Kraft, Magdalena
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Food Allergy Gordon Research Conference; 13-18 November 2023; Oxnard, California. Venom Allergy: Development of a Mouse Model. Abstract and poster.
Kraft, Magdalena
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Food Allergy Science Initiative (FASI) Annual Scientific Retreat;19 May 2023; Boston Humoral immune response to venom: differences in IgE and IgG1 kinetics. Abstract and poster.
Kraft, Magdalena
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Recent insights into the mechanisms of anaphylaxis. Current Opinion in Immunology, 81, 102288.
Stevens, Whitney W.; Kraft, Magdalena & Eisenbarth, Stephanie C.
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AAAAI Congress (Discovery); 23-26 February 2024; The role of Tfh cells in the humoral immune responses induced by venom. Abstract and poster.
Kraft, Magdalena
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Food Allergy Gordon Research Conference and Seminar; 6-12 January 2024; Ventura, California. Humoral immune responses induced by venom are Tfh celldependent. Abstract, poster, and oral presentation.
Kraft, Magdalena
