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Das frühbronzezeitliche Rondell Schönebeck in einer Ritual- und Siedlungslandschaft an der Mittelelbe: Mikroregionale Entwicklungen im transregionalen Kontext.

Antragsteller Dr. Tim Grünewald
Fachliche Zuordnung Ur- und Frühgeschichte (weltweit)
Förderung Förderung von 2021 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 464871355
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Im Rahmen des Forschungsprojektes wurden das Rondell Schönebeck und andere Funde und Befunde des Fundplatzes Schönebeck-Felgeleben, Salzlandkreis, systematisch untersucht und ausgewertet. Darüber hinaus gelang die Kontextualisierung der archäologischen Hinterlassenschaften im Rahmen einer Ritual- und Siedlungslandschaft an der Mittelelbe sowie eine Beleuchtung transregionaler Zusammenhänge. Ersteres setzte im Kern eine vergleichende Analyse der Rondelle Schönebeck und Pömmelte voraus. Zweiteres bedingte vor allem eine Gegenüberstellung mit Stonehenge und anderen Monumenten im südenglischen Wessex. Es wurden die Merkmale einer mehrphasigen Belegung des Fundplatzes herausgearbeitet, die im frühen 3. Jt. v. Chr. mit einem Grabengeviert des Schnurkeramik-Einzelgrab-Komplexes begann und gegen Mitte des Jahrtausends eine Siedlungsphase der Schönfelder Kultur einschloss, ehe es zur sukzessiven Errichtung des Rondells kam. Auf dessen intentionelle Einebnung folgte ein Hiatus, der bis zur Schaffung einer Kreisgrabennekropole ab Ende des 14. Jh. v. Chr. und mit Schwerpunkt in der späten Bronzezeit reichte. Die Nutzung des Geländes als Bestattungsort setzte sich mit einem Urnengräberfeld bis in die frühe Eisenzeit fort. Das Rondell war durch eine initiale Phase mit Pfostenkränzen und einen späteren Zeitabschnitt als Kreisgrabenanlage gekennzeichnet. Im endneolithisch-frühbronzezeitlichen Übergangshorizont zwischen Glockenbecher- und Aunjetitzer Kultur konnten ersetzte Pfosten und Gräben nur temporär nebeneinander existiert haben. Zu den signifikanten Merkmalen der Anlage zählt ein Deponierungshorizont im konsolidierten Außengraben, in dem ein menschlicher Schädel, Rinderknochen, Gefäßfragmente und Steingeräte eingebettet waren. Die Präsenz einer solchen Schicht mit bemerkenswerten Funden im anderweitig fundarmen Rondell schmälert den Eindruck, dass lediglich im benachbarten Pömmelter Rondell mit seinen Schachtgruben und zahlreichen Bestattungen Spuren ritueller Praktiken greifbar waren. Mehrere Faktoren legen den Verdacht nahe, dass die Lage innerhalb bzw. außerhalb eines bewohnten Siedlungsareals für viele der Unterschiede zwischen beiden Monumenten verantwortlich sein dürfte. Noch unveröffentlichte Ergebnisse zur prähistorischen Überlieferung im Altkreis Schönebeck, die sich auf luftbildarchäologische Daten und Informationen aus Ortsakten stützen, baubegleitenden Untersuchungen an der Umgehungsstraße B 246a, Ausgrabungen im Umfeld der Rondelle und Bodeneingriffe im Kiessandtagebau Barby sprechen für eine intensive Besiedlung der Elbaue flussab der Saalemündung im betreffenden Zeithorizont. Insgesamt entsteht der Eindruck einer polykulturellen Ritual- und Siedlungslandschaft, in der Gevierte und ihnen nachfolgende Rondelle integrale Bestandteile waren. Parallelen für ein solches Szenario finden sich am ehesten auf den Britischen Inseln – etwa in der Grafschaft Wiltshire mit Stonehenge, Durrington Walls, Woodhenge und zahlreichen weiteren Monumenten am River Avon.

 
 

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