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Beteiligung von ausgebildeten Community-Mediator_innen an Maßnahmen der COVID-19 Infektionsprävention

Antragsteller Professor Dr. Hajo Zeeb
Fachliche Zuordnung Public Health, Gesundheitsbezogene Versorgungsforschung, Sozial- und Arbeitsmedizin
Förderung Förderung von 2021 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 466150903
 
Erstellungsjahr 2022

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Benachteiligte Bevölkerungsgruppen sind in erhöhtem Ausmaß von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. In diesem Forschungsprojekt wurde die Umsetzbarkeit eines Gesundheitsmediatorinnen-Ansatz erforscht. Ziel war es mit lokal vernetzten Bürger:innen zusammenzuarbeiten, um auf Augenhöhe sprach- und kultursensibel über Corona aufzuklären. Hierfür wurden innerhalb des Projektes acht Frauen aus einem benachteiligen Bremer Stadtteil angestellt und in der Corona-Präventionsarbeit geschult. Zunächst führten die Gesundheitsmediatorinnen zur Bedarfsermittlung 41 Interviews mit Bewohner:innen des Stadtteils durch. Dabei konnten Informationsbedarfe, aber auch Unsicherheiten und Ängste identifiziert werden. Im Anschluss entwickelten Gesundheitsmediatorinnen und Forschende gemeinsam mehrsprachige Aufklärungsmaterialien und Angebote. Über telefonische Beratung, persönliche Gespräche und digitale Kommunikation konnte die Mediatorinnen ca. 1600 Kontakte im Stadtteil realisieren. Inhaltlich standen dabei aktuelle Corona-Regelungen, Impfgelegenheiten und Impffragen zu speziellen Gruppen (Papierlose, Schwangere, Kinder). Ungefähr die Hälfte der Beratungen wurde auf einer Fremdsprache durchgeführt. Auch der Einsatz sozialer Medien wurde erfolgreich erprobt, um noch weitere Bevölkerungssegmente zu erreichen. In der Prozessevaluation konnten die niedrigschwellige vertrauensvolle Ansprache durch die Mediator:innen sowie das partizipative Vorgehen in der Planung und Durchführung der Maßnahmen als Erfolgsfaktoren identifiziert werden. Für die nachhaltige Implementierung ist eine intensive Hintergrundbegleitung der Mediator:innen sowie die Auswahl eines angesehenen und unabhängigen Trägers wichtig. Insgesamt zeigt das Projekt, dass Gesundheitsmediator:innen eine relevante gesellschaftliche Ressource sein können, um in Krisenzeiten, diverse Bevölkerungsgruppen mit Präventionsmaßnahmen zu erreichen.

 
 

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