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Nichteinhaltung von Präventionsmaßnahmen gegen COVID-19 Infektionen in Deutschland verstehen

Fachliche Zuordnung Empirische Sozialforschung
Förderung Förderung von 2021 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 466311467
 
Um die weitere Ausbreitung von COVID-19 Infektionen und tödlichen Krankheitsausgängen zu verhindern, ist ein tiefergehendes Verständnis der Ursachen der Verstöße gegen die aktuellen COVID-19-Präventionsmaßnahmen nötig. Dieses Verständnis ermöglicht eine fundierte Bewertung, Anpassung und Kommunikation der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Dazu sind zwei Aspekte notwendig: 1) die Identifikation von Bevölkerungsgruppen die solche Maßnahmen nicht einhalten; und 2) die Untersuchung der handlungs-generierenden Mechanismen, die zu Verstößen führen.Dieses Projekt soll daher eine Bestandsaufnahme darüber liefern, inwieweit verschiedene Bevölkerungsgruppen gegen die vorgeschriebenen Verhaltensweisen verstoßen (z.B. das Tragen von Masken, die Einschränkung von Kontakten und Bewegungsradien, Tests nach Reisen in Hochrisikogebiete oder die Einhaltung von Quarantäne). Das Hauptziel dieses Projekts ist darauf aufbauend, die Verstöße der Präventionsmaßnahmen zu erklären, indem der Einfluss von persönlichen und situativen Merkmalen im Kontext des nationalen und lokalen Stands der Pandemie analysiert wird. Um die handlungs-generierenden Mechanismen hinter solchen Verstößen besser zu verstehen, verwenden wir aktuelle Theorien, die menschliches Verhalten durch das Zusammenspiel von persönlichen und situativen Merkmalen erklären (wie z.B. psychologische Dual-Prozess Theorien, das soziologische Modell der Frame-Selektion, die kriminologische Situational Action Theory und das Cultural-Behavioral Model aus der Medizinsoziologie).Die empirische Basis des Projekts liefert die Erhebung und Analyse verschiedener Datenquellen: Erstens sollen Paneldaten auf Personenebene Informationen über tatsächliches Verhalten, persönliche Merkmale und deren Veränderungen über die Zeit liefern – und damit Anpassungen der Menschen an die Pandemie widerspiegeln. Zweitens werden faktorielle Vignettenexperimente durchgeführt, die Manipulation von Situationsmerkmalen ermöglichen, was ansonsten aufgrund ethischer und praktischer Bedenken eine Herausforderung darstellen würde. Diese experimentelle Methode ist besonders geeignet, um Kausalhypothesen zu testen und handlungsgenerierende Mechanismen zu untersuchen. Drittens werden regionale Informationen über den lokalen und zeitlichen Stand der Pandemie (z.B. das Auftreten von Infektionen oder Todesfällen) mit den Umfragedaten verknüpft. Dies ermöglicht die Untersuchung der individuellen Reaktionen auf die Entwicklung der Pandemie.Die Kombination dieser unterschiedlichen Datenquellen ermöglicht ein besseres Verständnis der Ursachen von Verhaltensverstößen, um Maßnahmen gegen COVID-19 für verschiedene Bevölkerungsgruppen zu entwickeln. Anhand der Erkenntnisse des Projekts sollen Empfehlungen abgeleitet werden, wie Verhaltensänderungen herbeigeführt und zugrunde liegende sozialen Normen geändert werden können, z.B. durch die Anpassung von Richtlinien und deren Kommunikation für bestimmte Gruppen (z.B. Eltern, Risikogruppen, Alleinstehende).
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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