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Sprachpolitische Neusortierung und Differenznegation im postgenozidalen Ruanda (F04 (ehem.B02))
Fachliche Zuordnung
Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Außereuropäische Sprachen
Afrika-, Amerika- und Ozeanienbezogene Wissenschaften
Afrika-, Amerika- und Ozeanienbezogene Wissenschaften
Förderung
Förderung seit 2021
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 442261292
Das TP untersucht sprachpolitische Neuklassifikationen im postgenozidalen Ruanda seit 1994. Nach der Machtübernahme durch Rückkehrer.innen aus dem ugandischen Exil wurde das Land gesellschaftlich, politisch und sprachlich neu geordnet: Englisch ersetzte Französisch als Amtssprache und lokale Kinyarwanda-Varianten wurden verdrängt. Das Projekt untersucht die Schaffung „einheitlicher“ Staatsbürger.innen durch sprachliche Vereinheitlichung und die offizielle Abschaffung ethnischer Kategorien. Weiterhin geht es der Frage nach, wie durch Sprache neue Differenzen zwischen Rückkehrer.innen und Alteingesessenen, Opfern und Täter.innen konstruiert wurden und welche Rolle Gewaltakte dabei spielten. Zudem analysiert es, wie diese Politik in das heutige Konfliktszenario im Ostkongo übertragen wurde und dort aktuelle reethnisierte Konfliktdynamiken prägt.
DFG-Verfahren
Sonderforschungsbereiche
Antragstellende Institution
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Teilprojektleiter
Professor Dr. Nico Nassenstein
