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Erreichbarkeit in der Nahversorgung mit Lebensmitteln. Eine multidimensionale Konzeptionierung, Modellierung und Analyse auf der Basis empirischer Konsumentenbefragungen.

Fachliche Zuordnung Humangeographie
Förderung Förderung von 2021 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 467088138
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Aufbauend auf einem Methodenmix aus Haushaltsbefragung, statistischer Analyse, Modellierung und qualitativen Interviews wurde die Frage der Erreichbarkeit von Lebensmittelgeschäften im vorwiegend ländlich geprägten Mainfranken untersucht. Besonderer Fokus lag neben der Einkaufsstättenwahl auf Wahrnehmungen, Bewertungen und Präferenzen von Konsumierenden unter Berücksichtigung verschiedener Dimensionen von Erreichbarkeit. Aus der Befragung ließen sich wesentliche Parameter der Einkaufsstättenwahl ermitteln und eine Differenzierung von Konsumierenden gemäß ihres Einkaufsverhaltens, ihrer Präferenzen und Bewertungen sowie soziodemographischer Kriterien vornehmen. Neue Erkenntnisse ergaben sich vor allem mit Blick auf die Einbettung des Lebensmitteleinkaufs in alltägliche Abläufe und Wegeketten: vor allem der hohe Grad der PKW-Verfügbarkeit hat zur Konsequenz, dass vom Wohnort ausgehende räumliche Nähe nicht die Bedeutung hat, der ihr in der bisherigen Forschung und Praxis zugeschrieben wird. Aufbauend auf den empirischen Befragungsergebnissen wurde als weiteres methodisch-technisches Ziel, die Entwicklung von Modellen formuliert, welche räumliche Interaktionsmodelle und GIS-gestützte Erreichbarkeitsmodelle verbindet. Es wurden verschiedene Modelle entwickelt und mit den empirischen Ergebnissen abgeglichen. Während klassische Erreichbarkeitsmodelle häufig auf Entfernungszonen basieren, verfolgte der Ansatz die Integration tatsächlicher Einkaufswege. Insbesondere für die Einzelhandelsforschung ergibt sich daraus ein Mehrwert, da das Modell neben reinen Distanzfaktoren auch nachfrageseitige Präferenzen und Opportunitätskosten zu integrieren vermag. Die in der Befragung ermittelte große Bedeutung der Kopplung des Lebensmitteleinkaufs auf dem Weg zur Arbeit wurde in einem weiteren GIS-Modellansatz entlang von Pendlerrouten aufgegriffen. Das Modell wird den alltäglichen Routinen im Einkaufs- und Mobilitätsverhalten nicht nur gerecht(er), es ermöglicht auch Aussagen darüber, wie sich der Verkehrsaufwand im Vergleich zu den üblichen Erreichbarkeits- und Marktgebietsmodellen, die stets den Wohnstandort als Quell- und Zielort haben, reduziert. Die Ergebnisse der Modellierung lassen auch verstehen, warum ein größerer Teil der Befragten die Lebensmittelversorgung (trotz objektiv schlechter Angebotssituation am Wohnort) relativ gut bewertet. Die Modelle eröffnen Anwendungsmöglichkeiten in der Anpassung von Standortstrukturen im Einzelhandel sowie der Entwicklung von Nahversorgungskonzepten. Durch die Möglichkeit, Erreichbarkeitswerte auf größere Gebiete zu übertragen, liefern die Modelle zudem eine robuste Grundlage für raumplanerische Entscheidungen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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