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Bildungssysteme und Covid-19 Management in Zentral-Afrika.

Fachliche Zuordnung Allgemeine und Historische Erziehungswissenschaft
Bildungssysteme und Bildungsinstitutionen
Förderung Förderung von 2021 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 468151860
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

In diesem Vorhaben ging es darum, exemplarisch die Reaktion auf die Covid-19-Pandemie im Bildungsbereich in Zentralafrika auszuloten. Ausgewählt wurde die Region der großen Seen mit den Staaten Ruanda und eines Teils der Demokratischen Republik Kongo (DRC), nämlich die Regionen Nord-Kivu und Süd-Kivu. Beide Staaten sind durch eine Vielzahl an Bildungsträgern gekennzeichnet (in Rwanda sind rund 30 % aller Schulen und in der DRC rund 85 % aller Schulen in nichtstaatlicher Trägerschaft der Kirchen). Während Ruanda in den letzten Jahren in der Region als stabiles und wirtschaftlich aufstrebendes Land gilt, steht die DRC für einen versagenden Staat mit Problemen hinsichtlich der Sicherheit, der Governance, der Korruption und der Bewältigung von Naturkatastrophen. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen die Strategien von Regierungsverantwortlichen, Schulträgern, Schulleitungen und Lehrkräften zur Bewältigung der Covidkrise. Es ging darum, zunächst grundlegende Daten dazu zu erheben (beispielsweise: Wie lange fanden Schulschließungen statt? Wer hat sie beschlossen? Wie wurden diese organisiert?), dann Faktoren der Resilienz zur Bewältigung der Krise zu identifizieren sowie jene, die besondere Vulnerabilität ausmachen, und drittens die Auswirkungen der Maßnahmen auf Bildungsgerechtigkeit herauszuarbeiten. Es wurden in Ruanda 15 leitfadengestützte Interviews mit Entscheidungsträgern geführt sowie 30 Schulleitungen und 152 Lehrkräfte mit Fragebögen befragt. In der DRC wurden 18 leitfadengestützte Interviews mit Entscheidungsträgern durchgeführt sowie 30 Schulleitungen und 150 Lehrkräfte in der Kivu-Region befragt. Die Untersuchung zeigte, dass beide Staaten schnell und entschlossen auf die Krise durch Schulschließungen reagierten, diese Maßnahmen jedoch nur kaum mit den Leitungsebenen der nicht-staatlichen Schulträger kommunizierten. Ebenso zeigte sich, dass beide Länder auf bewährte Strukturen zur Meisterung der Krise zurückgriffen, so in Ruanda hinsichtlich der eingespielten Mechanismen zum Schülertransport und in der DRC hinsichtlich der bereits eingespielten Ebola-Maßnahmen. Gleichzeitig wurde in beiden Systemen die Situation der Trägervielfalt unterschätzt. Lehrkräfte mussten Gehaltseinbußen hinnehmen. Die Pandemie trug in beiden Staaten erheblich zur weiteren Verschärfung der Bildungsungleichheit bei, vor allem hinsichtlich der Pandemiekonsequenzen für jüngere Schülerinnen und Schüler, eines erhöhten Bildungsdropouts und der Abwanderung von Lehrkräften. Es wurden nur wenige Maßnahmen zur Abfederung der Bildungskrise unternommen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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