Rebellion, Wahlen und die Pandemie in der Zentralafrikanischen Republik: Covid-19 und seine Auswirkungen auf tief sitzende Muster der Regierungsführung
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Die Pandemie erreichte die Zentralafrikanische Republik (ZAR) zu einem Zeitpunkt, als die Bürger wichtige Schritte zur Beendigung der Konflikte im Land durch die Umsetzung eines Friedensabkommens und die Abhaltung nationaler Wahlen unternahmen. Ende 2020 brach eine neue Rebellion aus, die den Zugang zu medizinischer Versorgung in entlegene Gebiete dieses im Index für menschliche Entwicklung stets am unteren Ende rangierenden Landes behinderte. Das Zusammenspiel von Rebellion, Wahlen und Eindämmung der Covid-19- Pandemie sollte entscheiden, ob die Zentralafrikanische Republik ihre tief verwurzelten Governance-Muster überwinden konnte, die den politischen und wirtschaftlichen Fortschritt behinderten. Die Auswirkungen der Pandemie auf die Entwicklung der Zentralafrikanischen Republik waren zwar stark und verheerend, dies jedoch auf unerwartete Weise: Sie wirkte sich nicht direkt auf die öffentlichen Güter aus, indem sie das Gesundheitssystem der Zentralafrikanischen Republik überlastete, da die Zahl der Krankheitsfälle – ähnlich anderer afrikanischer und tropischer Länder – sehr gering blieb. Auch die Wirtschaft wurde nicht direkt in Mitleidenschaft gezogen, da Schließungen nur von kurzer Dauer und auf die städtischen Zentren beschränkt waren, während die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in der ländlichen Subsistenzlandwirtschaft tätig ist. Während sich die internationale Gemeinschaft jedoch vermeintlich dringenderen globalen Problemen im Zusammenhang mit der Pandemie zuwandte, wurde der autokratische Kurs der Regierung, die in einem unzureichenden Wahlzyklus wiedergewählt wurde, nicht nachdrücklich genug verurteilt. Die anhaltende und zunehmende Rückkehr der Friedenstruppen in die Kasernen während der Pandemie öffnete einem neuen Akteur Tür und Tor: der rücksichtslosen russischen Wagner-Miliz. Und obwohl die Wirtschaft der Zentralafrikanischen Republik nicht direkt unter den Folgen von Schließungen litt, führte die Abhängigkeit von Importen zu Inflation und zunehmender Armut aufgrund steigender Lebensmittelpreise, erst recht nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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“What It Will Take to End Civil War in the Central African Republic.” The Conversation
Glawion, Tim
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"How the West Can Win Back the Central African Republic.” IPS- Journal, 2022
Glawion, Tim
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Wacklige Partnerschaft: Die Zentralafrikanische Republik ist mehr als nur geopolitischer Nebenschauplatz. Europa muss sich als ernsthafte Alternative zu Russland anbieten'. IPG-Journal
Glawion, Tim
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Belonging, Identity, and Conflict in the Central African Republic, Madison, The University of Wisconsin Press, 2023, ISBN: 9780299345709, 243 pages”, Africa Spectrum
Gino Vlavonou
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MINUSCA: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Vereinte Nationen, 72(1), 15-19.
Glawion, Tim
