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Geldpolitik, Intermediäre und Vermögenspreise

Fachliche Zuordnung Accounting und Finance
Förderung Förderung seit 2021
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 447617473
 
Das Projekt zielt darauf ab, unser Verständnis darüber zu vertiefen, wie geldpolitische Nachrichten auf die Finanzmärkte übertragen werden – mit besonderem Fokus auf die Rolle finanzieller Intermediäre sowie auf Informationsfriktionen. Aufbauend auf den Ergebnissen der ersten Förderperiode verfolgt das Vorhaben zwei zentrale Ziele: 1. Erwartungen von Marktteilnehmern verstehen Das erste Ziel ist es, zu untersuchen, wie geldpolitische Ankündigungen die Erwartungen der Marktteilnehmer in Bezug auf wirtschaftliche Fundamentaldaten und Risikoprämien beeinflussen. In der Vergangenheit wurden Kursbewegungen oft mit Zinsänderungen erklärt, empirische Beobachtungen zeigen jedoch, dass Reaktionen häufig zu groß ausfallen, um allein durch Zinssignale erklärbar zu sein. Das Projekt will prüfen, ob diese Reaktionen durch veränderte Erwartungen und wahrgenommenes Risiko – insbesondere im Kontext der US-Geldpolitik – verursacht werden. Ein internationaler Datensatz basierend auf Umfragen (z. B. von Consensus Economics) soll dazu beitragen, subjektive Erwartungen länderübergreifend und für verschiedene Institutionen zu messen, mit besonderem Fokus auf Wechselkurse und deren Fundamentaldaten. 2. Die Rolle der Medien als Informationsvermittler Das zweite Ziel untersucht, wie Medienberichterstattung und -stimmung die Wirkung geldpolitischer Nachrichten beeinflussen. Da Nachrichtenagenturen wie Reuters oder Bloomberg als wichtige Schnittstelle zwischen Zentralbanken und professionellen Marktteilnehmern fungieren, analysiert das Projekt, ob und wie der Ton oder die Darstellung in den Medien die Wahrnehmung geldpolitischer Entscheidungen beeinflusst. Hierzu wird eine umfassende Mediendatenbank erstellt und mithilfe von Textanalyse-Tools hinsichtlich Tonalität und Framing ausgewertet. Zur Umsetzung sind vier Arbeitspakete vorgesehen: • AP4: Erfassung subjektiver Erwartungen professioneller Marktteilnehmer anhand von Umfragedaten. • AP5: Analyse der Auswirkungen geldpolitischer Nachrichten auf Erwartungen und Risikoprämien, mit Fokus auf die internationale Verbreitung der US-Geldpolitik. • AP6: Aufbau von Stimmungsindikatoren basierend auf Medienberichten mittels Textanalyse. • AP7: Empirische Untersuchung, wie Medienton die Erwartungen und Preise beeinflusst – unter besonderer Berücksichtigung möglicher Endogenität der Medienberichterstattung. Zudem wird auf hochfrequente Kursdaten rund um geldpolitische Ereignisse zurückgegriffen, um geldpolitische Schocks präzise zu messen. Die Ergebnisse sollen zum besseren Verständnis der globalen geldpolitischen Transmission beitragen – insbesondere über die Kanäle finanzieller und informationeller Intermediäre.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
Internationaler Bezug Österreich
Kooperationspartner Professor Dr. Christian Wagner
 
 

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