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Kition-Idalion-Tamassos. Aus drei mach eins: Räumliche und kulturelle Dynamiken politischer Transformationen im eisenzeitlichen Zypern (6. bis 4. Jh. v.Chr.)

Fachliche Zuordnung Klassische, Provinzialrömische, Christliche und Islamische Archäologie
Ägyptische und Vorderasiatische Altertumswissenschaften
Alte Geschichte
Förderung Förderung seit 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 469387432
 
Während der spätarchaischen und klassischen Periode (6.-4. Jh. v. Chr., in der Levante als „persische Periode“ bezeichnet) fanden in der südlich-zentralen Region Zyperns große Umwälzungen statt. Sie führten zum Verschwinden zweier unabhängiger Gemeinwesen (Idalion und Tamassos) und zur Bildung eines einheitlichen Königreichs unter der Herrschaft der kyprophönizischen Könige von Kition. Zwar fanden im Laufe der Eisenzeit auch in anderen Regionen der Insel politische Umgestaltungen statt, doch sind diese nicht durch historische Quellen belegt. Der Fall KIT, relativ gut dokumentiert, stellt daher eine einzigartige Gelegenheit dar, die Auswirkungen eines politischen Wandels zu beobachten und die Frage nach seinen territorialen und materiellen Markern zu stellen. Der Stand der archäologischen Forschung macht das Projekt zu einer Herausforderung. Die spätarchaische (CA II) und die klassische (CC) Epoche Zyperns sind durch schriftliche Quellen gut dokumentiert, sowohl durch Primärquellen (Inschriften, Münzen) als auch durch Sekundärquellen (griechische Autoren). Diesem relativen Reichtum an Quellen (im Vergleich zu früheren Epochen) steht ein Mangel an archäologischen Studien gegenüber, die sich mit der materiellen Kultur dieser spezifischen Zeit befassen. Die meisten Studien konzentrieren sich auf die archaische Epoche, die sich durch eine rege handwerkliche Produktion (Keramik, Terrakotten und Skulpturen) auszeichnet, die als einzigartig für Zypern gilt, während die klassische Epoche vernachlässigt wird. Letztere fällt zwar mit dem politischen Klimax der zypriotischen Königreiche zusammen, ist aber archäologisch schwer zu fassen. Die handwerklichen Produktionen der klassischen Zeit sind noch wenig bekannt, ihre Datierung bleibt vage. Darüber hinaus ist die klassische Phase vieler diachron belegter Kontexte (v.a. Heiligtümer) nach wie vor wenig erforscht und publiziert. Dies mag damit zusammenhängen, dass es einfacher ist oder zu sein scheint, spezifische regionale Muster (technisch und/oder stilistisch) in den handwerklichen Produktionen der archaischen Epoche zu erkennen, als in denen der klassischen. Auch die Datierung von Steinskulpturen und Terrakotten innerhalb der archaischen Epoche ist einfacher als in der CC-Epoche. Aufbauend auf den Ergebnissen von KIT 1 und dessen innovativer Methodik wird das Projekt archäologische, epigraphische und räumliche Daten in einem multidisziplinären Ansatz untersuchen und miteinander verknüpfen. Es wird von Daten aus erster Hand profitieren, die aus den laufenden Feldforschungen der französischen und deutschen Teams stammen. Die Ergebnisse werden die komplexe Entwicklung einer wichtigen Region Zyperns in spätarchaischer und klassischer Zeit beleuchten. Da sich das Projekt mit der möglichen Identifizierung archäologischer (kultureller und territorialer) Marker politischer Transformationen befasst, wird es auch als Gegenprobe dienen, um kulturbasierte Methoden in der Archäologie zu hinterfragen und zu verbessern.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Frankreich
 
 

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