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Cobaltkatalysierte Fischer-Tropsch-Synthese: Systematische Untersuchung von Kohlenstoffträgereffekten auf Katalysatoraktivität und Deaktivierung.

Antragsteller Dr. Felix Herold
Fachliche Zuordnung Technische Chemie
Förderung Förderung von 2021 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 471263729
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die chemische Industrie arbeitet gegenwärtig entlang linearer Wertschöpfungsketten, in denen fossile Kohlenwasserstoffe zu Alltagsgütern verarbeitet werden, die letztendlich entsorgt werden. Die damit verbundenen Probleme könnten durch die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft vermieden werden, in der Kohlenwasserstoffe aus Biomasse, Abfall oder Kohlendioxid hergestellt werden. Eine der verfügbaren Technologien zur Bewältigung dieser Herausforderung ist die Fischer-Tropsch-Synthese (FTS), die aus Synthesegas Kohlenwasserstoffe erzeugt, und somit eine hohe Bedeutung innerhalb einer zukünftigen Kreislaufwirtschaft aufweist. Eines der vielversprechendsten Katalysatorsysteme für die FTS basiert auf Cobaltnanopartikeln, die auf einem geeigneten Träger verteilt sind. Das fundamentalste Problem dieser Katalysatoren ist ihre rasche Deaktivierung, wobei dem Katalysatorträger eine Schlüsselrolle beim Design deaktivierungsresistenter Katalysatoren zukommt. Kohlenstoff stellt in dieser Hinsicht ein attraktives Trägermaterial dar, da Kohlenstoffmaterialien sich durch hohe Oberflächen, chemische Beständigkeit und nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zur gezielten Manipulation von Nanostruktur, Textur und Oberflächenchemie auszeichnen. Aufgrund der Vielzahl von Einflussfaktoren ist die Optimierung kohlenstoffbasierter Katalysatorträger jedoch eine große Herausforderung. In diesem Kontext wurde der Einfluss der Nanostruktur und Oberflächenchemie von Kohlenstoffkatalysatorträgern auf die Leistung von Co basierten FTS Katalysatoren systematisch untersucht. Dazu wurden Reihen vergleichbarer Kohlenstoffträger synthetisiert und mit kolloidalen Cobaltnanopartikeln zu hochdefinierten Modellkatalysatoren kombiniert. Die Verwendung dieser Modellmaterialien ermöglichte es den Einfluss verschiedener Kohlenstoffoberflächenfunktionalisierungen (durch O, N, S und P) auf die Katalysatorleistung zu isolieren, wobei jedoch keine der untersuchten Oberflächenfunktionalisierungen eine Kombination aus hoher Katalysatoraktivität und hoher Deaktivierungsresistenz ermöglichte. Des Weiteren wurde der Einfluss der Kohlenstoffnanostruktur auf die Katalysatorleistung untersucht, wobei festgestellt wurde, dass eine defektreiche Kohlenstoffstruktur signifikant zur Erhöhung der Katalysatorstabilität beiträgt. Dabei spielt die Verankerung der Cobaltnanopartikel, die während der Katalysatorreduktion an defektreichen, aber nicht defektarmen Kohlenstoffstrukturen stattfindet, eine große Rolle. Diese Verankerung vermindert die Mobilität der Cobaltnanopartikel auf dem Katalysatorträger, und verhindert so die Katalysatordesaktivierung durch Koaleszenz von Cobaltnanopartikeln und den damit verbunden Verlust an aktiver Metalloberfläche.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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