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Invektive Asymmetrisierung. Schmährededuelle im italienischen und deutschen Humanismus
Antragsteller
Dr. Marius Kraus; Professor Dr. Gerd Schwerhoff
Fachliche Zuordnung
Mittelalterliche Geschichte
Förderung
Förderung seit 2022
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 493786154
Was ‚Humanismus‘ bedeutet und wer zur Gruppe der ‚Humanisten‘ gehört, klärten die Zeitgenossen nicht zuletzt im Medium der Invektivität. Das Projekt fragt nach dem Aspekt einer elaborierten invektiven Sprache als soziales Distinktionsmerkmal oder symbolisches Kapital, mit deren Hilfe es bestimmten Personen und Gruppen gelang, eine Asymmetrisierung gegenüber Kontrahenten zu erreichen, die z. B. als ‚Barbaren‘ oder ‚Scholastiker‘ herabgesetzt und damit aus dem Anerkennungskreis hinausgedrängt wurden. Die Projektkonzeption beruht auf einer Gegenüberstellung des Werkes von Francesco Petrarca als wegweisende „Portalfigur“ des italienischen Frühhumanismus einerseits, ausgewählter Vertreter des nordalpinen Humanismus im Umfeld der Reuchlin-Kontroverse am Beginn des 16. Jahrhunderts andererseits. Diese Konstellation erlaubt eine differenzierte Analyse verschiedener Ausgangssituationen, Entwicklungslinien und transalpiner Diffusionsprozesse der Invektivpraxis im Spätmittelalter und am Beginn der Frühen Neuzeit.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Mitverantwortliche
Professor Dr. Bernhard Huss; Professor Dr. Christian Jaser
