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Koordinationsfonds
Antragsteller
Professor Dr.-Ing. Frank Walther
Fachliche Zuordnung
Biomaterialien
Zahnheilkunde; Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Zahnheilkunde; Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Förderung
Förderung seit 2022
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 449916462
Das Ziel der Forschungsgruppe besteht darin, eine ganzheitliche Lösung für die Herstellung, Charakterisierung und simulationsgestützte Auslegung von additiv gefertigten Implantaten für die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde unter Berücksichtigung der physiologischen Bedingungen der individuellen Knochensituation zu entwickeln und validieren. Hierbei sollen insb. Situationen adressiert werden, in denen eine standardisierte Lösung kein zufriedenstellendes Ergebnis liefert. Dies verlangt einen ganzheitlichen Qualifizierungsansatz und eine interdisziplinäre Betrachtung durch die Werkstofftechnik, Medizintechnik und Simulationstechnik. Das Forschungsziel wird in diesem interdisziplinären Konsortium auf Basis neuartiger und mechanismenbasierter Prüfmethoden (in vitro, in vivo) in Verknüpfung mit innovativen multi-skaligen Simulations- und Modellierungsmethoden (in silico) zur Beschreibung der mechanischen, biologischen und korrosiven Vorgänge und Mechanismen sowie deren Wechselwirkungen erreicht. Aufgrund der vorhandenen Vielfalt und Komplexität des Forschungsthemas ist eine interdisziplinäre Bearbeitung durch in ihren Fachgebieten ausgewiesene Wissenschaftler/innen unter Förderung von Nachwuchswissenschaftler/innen unabdingbar. Die Komplexität der zu untersuchenden Fragestellungen wird dabei schrittweise erhöht. So wurde im Rahmen der Förderperiode 1 (FP-1: 1. bis 4. Jahr) das mechanisch-biologische Verhalten von permanenten Titanimplantaten charakterisiert, wohingegen in Förderperiode 2 (FP-2: 5. bis 8. Jahr) zusätzlich der Einfluss von korrosiven Vorgängen bioresorbierbarer Magnesiumimplantate untersucht werden soll. Insgesamt können folgende übergreifende Ziele definiert werden: 1) Berücksichtigung der patientenindividuellen Knochenlinie und eventueller Knochendefekte beim Implantatdesign (u. a. Vermeidung von Knochenaugmentationen) 2) Minimierung von Belastungsabschirmungen im Implantat-Knochen-Kontakt für eine erfolgreiche Gewebeintegration durch eine gitterstrukturierte Anpassung der lokalen Steifigkeit an das Hartgewebe 3) Charakterisierung des Einflusses der Gitterstrukturierung auf die Strukturgrößen Mikrostruktur, Defekte und Topografie sowie Korrelation dieser Strukturgrößen mit dem Eigenschaftsprofil 4) Modifikation der Oberflächenmorphologie und -eigenschaften durch Oberflächenvorbehandlungen (u. a. Sandstrahlen) und -beschichtungen (u. a. PEM-Beschichtungen), um die Gewebeintegration zu stimulieren 5) Zeit- und ressourceneffiziente Simulation und Modellierung des mechanischen, biologischen und korrosiven Eigenschaftsprofils über Multi-Skalenansätze durch Verknüpfung der Skalierungsebenen mittels künstlicher neuronaler Netze 6) Entwicklung einer zeit- und ressourceneffizienten experimentellen und simulationsgestützten Charakterisierungsmethodik zur Erhöhung der Qualität und folglich ebenfalls der Langzeitstabilität sowie Beschleunigung der Entwicklungs- und Qualifizierungsphase zukünftiger Implantate.
DFG-Verfahren
Forschungsgruppen
