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Die intergenerationale Transmission von Gewalt: eine kombinierte prospektive kriminologische und neurobiologische Untersuchung

Fachliche Zuordnung Kriminologie
Empirische Sozialforschung
Förderung Förderung seit 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 497249776
 
Die Untersuchung intergenerationaler Transmission von Gewalt wurde bislang häufig als Korrelation für ein Verhalten zwischen zwei Generationen ausgedrückt. Eine solche Transmissionsrate bringt jedoch intergenerationale Transmissionsmuster nur zum Teil zum Ausdruck. In dem bewilligten Projekt und der nun beantragten Verlängerung wird dieser Forschungslücke durch die Definition von vier Transmissionstypen (Maintainer, Cycle Breaker, Initiator und Non-Violents) begegnet. Die Studie kombiniert zudem soziologisch-kriminologische und neurobiologische Erkenntnisse. Die bisherigen zwei soziologisch-kriminologischen Erhebungen, die sich bei den Teilnehmenden unter dem Namen „Herausforderungen in jungen Familien“ (HejFam) etabliert haben, sollen im Rahmen der geplanten Fortsetzung um weitere zwei Erhebungszeitpunkte erweitert werden. Das resultierende Vier-Wellen-Panel wird die detaillierte Analyse von Eltern-Kind-Dyaden unter Hinzunahme von neurobiologischen Untersuchungsergebnissen ermöglichen. Zusätzlich stehen bislang durch den zusätzlichen Partnerbogen Daten für 371 Eltern-Kind-Triaden zur Verfügung. Insgesamt liegen zusätzlich 13 Erhebungswellen aus der ursprünglichen CrimoC-Studie als individuelle Entwicklung der G2 vor. In absehbarer Zeit werden zudem neurobiologische Ergebnisse an den Datensatz gebunden werden. Die Datenlage ist damit nicht nur für Deutschland einzigartig. Auch international gibt es nur wenige intergenerationale Panelstudien, die auf Selbstberichten basieren (Cambridge Study in Delinquent Development, Farrington et al. 2018; Oregon Youth Study, Capaldi et al. 2018; Columbia County Longitudinal Study, Dubow et al. 2018; Seattle Social Development Project, Bailey et al. 2018; Rochester Intergenerational Study, Thornberry et al. 2018; Family Transition Project, Martin et al. 2018), keine von diesen Studien verfügt über derart zeitnahe Erhebungen über einen vergleichbar langen Zeitraum. Auch für die Bedingungen des Aufwachsens und die Entwicklung von Kindern ist lediglich die Quebec Longitudinal Study of Child Development (Orri et al. 2021) zu nennen, in der die Entwicklung von Neugeborenen ab einem Alter von 5 Monaten bis in die 20er untersucht wurde. Übergeordnete Ziele des Fortsetzungsvorhabens sind A) die Begleitung der noch stattfindenden neurobiologischen Untersuchung des Erstantrags, welcher in die kostenneutrale Verlängerung gehen wird , B) die Verbesserung der Datengrundlage und Ausschöpfung, um herauszufinden, ob auf Basis der Stichprobe die Beantragung eines Längsschnittvorhabens sinnvoll ist (Nachrekrutierung von Teilnehmenden, die inzwischen Eltern geworden sind und Etablierung einer persönlichen Nachbefragung) , C) die Ausweitung der inhaltlichen Analysen (Stabilität von Transmissionstypen, emotionale und psychische Gewalt, die Bedeutung der/des Partner:in, reziproke Gewalt zwischen den Generationen) und Anbindung der neurobiologischen Daten und D) die Weiterführung bisheriger und neuer Auswertungen und Publikationen.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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