Detailseite
Projekt Druckansicht

Vergleich von liposomalen Bupivacain, einfachem Bupivacain und Placebo für Transversus Abdominis Plane Blockaden: Eine randomisierte, verblindete Studie

Antragstellerin Dr. Carolin Müller
Fachliche Zuordnung Anästhesiologie
Gynäkologie und Geburtshilfe
Förderung Förderung von 2022 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 498537330
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Enhanced Recovery After Surgery (ERAS)-Programme zielen darauf ab, die Genesung von Patienten zu fördern, indem sie den Einsatz von Opioiden und deren Nebenwirkungen reduzieren. Eine häufig angewandte Methode ist die Transversus Abdominis Plane (TAP) -Blockade, bei der Lokalanästhetika gezielt auf die Nerven der Bauchwand wirken. Obwohl TAP-Blockaden weit verbreitet sind, bleibt ihre Wirksamkeit, insbesondere bei viszeralen Schmerzen oder einer verlängerten Schmerzlinderung, umstritten. Liposomales Bupivacain, ein langanhaltendes Anästhetikum, wird oft verwendet, um die Wirkungsdauer von TAP-Blockaden zu verlängern, doch seine tatsächliche Wirksamkeit ist unklar. Die vorliegende Studie untersuchte, ob TAP-Blockaden mit liposomalem Bupivacain den Opioid- Verbrauch nach großen Bauchoperationen im Vergleich zu normalem Bupivacain oder einem Placebo verringern können. Der Fokus lag auf dem Opioid-Verbrauch in den ersten 48 Stunden nach der Operation. Sekundäre Ziele der Untersuchung waren die Zeit bis zur Rückkehr der Empfindung, die Schmerzwahrnehmung und der Opioid-Verbrauch zwischen 48 und 72 Stunden. Insgesamt 261 Patienten, die eine größere Bauchoperation (laparoskopisch oder offen chirurgisch) durchliefen, wurden in eine von drei Behandlungsgruppen randomisiert: 1) liposomales Bupivacain, 2) normales Bupivacain oder 3) Placebo (Kochsalzlösung). Alle Gruppen konnten bei Bedarf intravenöse Opioide zur zusätzlichen Schmerzlinderung erhalten. Der mediane Opioid-Verbrauch in den ersten 24 Stunden lag bei 26 mg (liposomales Bupivacain), 33 mg (normales Bupivacain) und 31 mg (Placebo). Die Unterschiede zwischen den Gruppen waren statistisch nicht signifikant. Auch der Opioid-Verbrauch zwischen 24 und 48 Stunden sowie die sekundären Endpunkte – einschließlich Schmerzintensität, Rückkehr der Empfindung und Opioid- Verbrauch zwischen 48 und 72 Stunden – zeigten keine relevanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass TAP-Blockaden, unabhängig von der Verwendung von liposomalem Bupivacain, weder den Opioid-Verbrauch wesentlich reduzieren noch die Schmerztherapie nach einer Bauchoperation deutlich verbessern. Es könnte daher sinnvoll sein, den routinemäßigen Einsatz von TAP-Blockaden zu hinterfragen und alternative Ansätze zur Schmerzbehandlung in Betracht zu ziehen. Für Patienten verdeutlicht diese Studie die Bedeutung einer individuell abgestimmten Schmerz- und Genesungsplanung in Zusammenarbeit mit ihrem medizinischen Team.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung