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Untersuchungen zur Gegenwartsdramatik (2001-2021)
Antragstellerin
Dr. Hannah Elisa von Sass
Fachliche Zuordnung
Germanistische Literatur- und Kulturwissenschaften (Neuere deutsche Literatur)
Förderung
Förderung seit 2022
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 499583773
Mit dem Netzwerk werden bisher weitgehend separat gebliebene Bestrebungen aus der Literaturwissenschaft, der Theaterwissenschaft und aus praxisnahen Schreibstudiengängen sinnvoll zusammengeführt, um Texte der Gegenwartsdramatik eigens und methodisch sensibel zum Thema zu machen – dies ist ein bislang bestenfalls marginalisiertes Vorhaben. Dabei begründet doch gerade die dramatische Literatur, die sich in Wechselbeziehung mit dem postdramatischen Theater in den letzten zwanzig Jahren vielseitig weiterentwickelt hat, das Schreiben für die Bühne und somit ebenso den Theaterbesuch. Ziel ist es daher, in transdisziplinärer Absicht die Aufmerksamkeit für den Theatertext als frag- und diskussionswürdige Literatur- und Praxisform in den Wissenschaften und im künstlerischen Diskurs zu schärfen. Dieses umfassende Vorhaben gliedert sich noch einmal in drei unterschiedliche, aber miteinander interagierende Forschungsfelder auf, die zugleich die konkrete Arbeitsweise des Netzwerks strukturieren werden:(1.) Untersuchung der Pluralität sprachlicher Strategien und Formate der Gegenwartsdramatik: Hierbei wird zum einen auf die gegenwärtig zunehmende Relevanz von Schreibverfahren eingegangen, die eine kollektive Form des Sprechens etablieren; ebenso ist der damit einhergehende Zuwachs kollektiv organisierter Textproduktion zu thematisieren.(2.) Kritische Reflexion des angewandten wissenschaftlichen Analyse- und Theorievokabulars: Etablierte Terminologien, die auf aktuelle Theatertexte angewandt werden, sind kritisch zu prüfen, ggf. zu modifizieren und durch angereicherte Begrifflichkeiten zu erweitern. (3.) Auseinandersetzung mit den veränderten Bedingungen von Publikationsformaten: Dadurch gerät eine dezidiert praxeologische Betrachtung in den Fokus, die den kritischen Nachvollzug der Theatertextgenese präzisiert; denn nun wird nicht nur nach der Entstehung der Texte gefragt, sondern auch nach den divergenten Bedingungen ihrer Veröffentlichung.Anhand dieser drei Forschungsschwerpunkte, die nicht unverbunden nebeneinanderstehen, sondern ein konzises Forschungsfeld aufspannen, können neue Impulse für eine zeitgemäße Theatertextforschung vorgelegt werden. Das alle drei Felder verbindende Ziel ist es, den analytischen Austausch zu intensivieren und die Forschung zur Gegenwartsdramatik durch die Einbindung unterschiedlicher Disziplinen und Methoden nachhaltig voranzubringen. Genau dafür bildet das Netzwerk ein institutionell angemessenes Format.
DFG-Verfahren
Wissenschaftliche Netzwerke
