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Pflanze-Tier Interaktionen in Raum und Zeit: Einfluss der Erhöhung der strukturellen Heterogenität in einem Waldökosystem auf die Dynamik von Invertebraten-Gemeinschaften, Herbivorie, Bestäubung, Prädation und Parasitismus
Antragstellerinnen / Antragsteller
Professorin Dr. Alice Classen; Professorin Dr. Heike Feldhaar; Professor Dr. Ingolf Steffan-Dewenter
Fachliche Zuordnung
Ökologie und Biodiversität der Tiere und Ökosysteme, Organismische Interaktionen
Forstwissenschaften
Ökologie der Landnutzung
Forstwissenschaften
Ökologie der Landnutzung
Förderung
Förderung seit 2022
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 459717468
Die Erhöhung der strukturellen Heterogenität auf lokaler und Landschaftsebene kann den Artenreichtum steigern und durch die Förderung sowohl der alpha- als auch der beta-Diversität die von Invertebraten erbrachten Ökosystemleistungen stabilisieren. Die räumlichen und zeitlichen Skalen, auf denen verschiedene Invertebraten-Gruppen auf Heterogenität reagieren, sind bisher kaum verstanden und sollten von ihrer Mobilität, der Nischenbreite, sowie der umgebenden Heterogenität der Landschaft abhängen. Über sehr kurze zeitliche Skalen beeinflussen Wetterbedingungen und mikroklimatische Unterschiede, die durch kleinräumige Heterogenität bedingt sind, die Aktivitätsmuster der Arten sehr stark. Über längere Zeitskalen beeinflussen durch Sukzession bedingte Veränderungen der lokalen Waldstruktur, die das Mikroklima und die Ressourcenverfügbarkeit, die wiederum Populationsdichten, Artenvielfalt und Zusammensetzung von Invertebraten-Gemeinschaften beeinflussen. In der zweiten Phase von BETA-FOR werden wir unsere experimentellen Ansätze erweitern, um zu einem tieferen Verständnis zu gelangen, auf welche räumlichen und zeitlichen Skalen strukturelle Heterogenität in Waldökosystemen Invertebratengemeinschaften, ihre Interaktionen und Ökosystemfunktionen beeinflusst. In fünf Arbeitspaketen werden wir (i) die Sukzessionsdynamik von Hymenopteren (Bienen und Wespen) in Nisthilfen sowie die mit ihnen assoziierten Prädations- und Parasitierungsraten, (ii) den Beitrag prädatorischer Arthropoden auf die Regulation von Herbivorenpopulationen, (iii) die Effekte struktureller Heterogenität auf das Blütenangebot, die Performanz von Bestäubern und deren Bestäubungsleistung, (iv) die zeitliche Dynamik bodenlebender Invertebraten (Ameisen, Schnecken, Laufkäfer) und deren Rolle bei Samenausbreitung, sowie (v) wetterabhänge kurzfristige Effekte von Mikroklima und struktureller Heterogenität auf Samenausbreitung und Prädation untersuchen. Die Ergebnisse werden zu einem tieferen Verständnis beitragen, wie sich Habitatheterogenität auf unterschiedlichen zeitlichen und räumlichen Skalen auf die Diversität und Dynamik von Invertebratengemeinschaften und die mit ihnen assoziierten Ökosystemfunktionen auswirkt. Dies trägt zur Entwicklung von Management-Strategien bei, die sowohl die Biodiversität als auch die Resilienz von Waldökosystemen steigern.
DFG-Verfahren
Forschungsgruppen
