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Die Tumor-Immun-Mikroumgebung von Plattenepithelkarzinomen der Mundhöhle: Eine prädiktive immunologische Analyse mittels bildgebender Massenzytometrie

Antragsteller Dr. Jakob Einhaus
Fachliche Zuordnung Zahnheilkunde; Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Phoniatrie und Audiologie
Hämatologie, Onkologie
Pathologie
Förderung Förderung von 2022 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 501644547
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Plattenepithelkarzinomen der Zunge (OTSCC) sind der häufigste Krebs der Mundhöhle und geht mit einer schlechten Prognose einher (60% Fünf-Jahres-Mortalität). Prädiktive Biomarker sind dringend erforderlich, um Patienten mit einem Risiko für OTSCC-Rezidive zu identifizieren und die gezielte Entwicklung neuer Behandlungsstrategien zu steuern. Komplexe Wechselwirkungen zwischen Tumorzellen und adaptiven sowie angeborenen Immunzellen im Tumor-Immun-Mikroumgebung (TIME) tragen zur OTSCC-Progredienz bei. Insbesondere der Signalzustand der angeborenen Immunzellen (z. B. NF-κB-, AKT- oder JAK/STAT-Signalwege) stellt einen wichtigen Treiber für die Bildung von immunsuppressiven Zellnischen dar, die sowohl tolerogene adaptive Zellantworten als auch Tumorproliferation, Dedifferenzierung und Immunevasion fördern. In einer multizentrischen, retrospektiven Kohortenstudie mit primären OTSCC-Resektionsproben und zugehörigen klinischen Daten von 224 Patienten untersuchten wir die räumliche Organisation und funktionelle Aktivität peritumoraler Immunzellen mithilfe bildgebenden Massenzytometrie (IMC). In einer ersten Studie analysierten wir Proben von 48 Patienten, um TIME-Merkmale zu bestimmen, die mit dem Tumorgrad von OSCC korrelieren. Wir identifizierten drei immunologische Korrelate der Tumordifferenzierung, die mit klinischen Outcomes (Tumorrezidiv und Gesamtüberleben) assoziiert sind: Aktivierung von MAPKAP2 in Granulozyten an der Tumorgrenze, die Größe der stromalen CD4+ Gedächtnis-T-Zellen und der Abstand von Fibroblasten zur Tumorgrenze. In einer größeren Kohorte mit insgesamt 198 Patienten aus den USA und Deutschland und mit einer Rezidivrate von 23,7 % nach drei Jahren zielen wir nun darauf ab, ein prädiktives Modell für das Tumorrezidiv nach Standardbehandlung zu entwickeln. Der gesamte Datensatz umfasst über 9,8 Millionen Einzelzellen aus mehr als 600 IMC-Bildern und wird derzeit analysiert. Die Ergebnisse sollen ein Set von Biomarkern liefern, die zuverlässig OTSCC-Rezidive vorhersagen und biologische Ansatzpunkte darstellen könnten, um das klinische Management von Patienten mit OTSCC zu verbessern.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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