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Pathophysiologie schlafabhängiger Gedächtniskonsolidierung

Antragsteller Dr. Frank van Schalkwijk
Fachliche Zuordnung Kognitive und systemische Humanneurowissenschaften
Förderung Förderung von 2022 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 505120683
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Ein Dialog zwischen dem Hippocampus und dem Neokortex bildet die physiologische Grundlage der schlafabhängigen Gedächtniskonsolidierung. Der Hippocampus ist darüber hinaus ein Prädilektionsort für Epilepsie - eine Netzwerkstörung, die durch ein Ungleichgewicht zwischen Erregung und Inhibition (E/I-Balance) auf neuronaler Ebene zu epileptischen Anfällen, interiktalen epileptiformen Entladungen (IEDs) und Gedächtnisstörungen führt. IEDs treten bevorzugt während des NREM-Schlafs (non-rapid-eye-movement) auf, der im gesunden Gehirn hippocampale-neokortikale Interaktionen und Gedächtnisbildung fördert. Daher könnten E/I-Ungleichgewicht, IEDs und gestörte Netzwerkinteraktionen grundlegende Ursachen für Gedächtnisstörungen bei Patienten mit Epilepsie sein. In diesem Projekt wurde die E/I-Balance als gemeinsamer Bezugsrahmen genutzt, um die komplizierten Drei-Wege-Interaktionen zwischen Schlaf, Gedächtnis und Epilepsie bei Patienten mit Epilepsie zu untersuchen. Zunächst konnte ich zeigen, dass aperiodische neuronale Aktivität, quantifiziert durch die Spektralneigung des EEG, mit der E/I-Balance auf zellulärer Ebene korreliert. Letztere wurde mit Hilfe von Kalzium-Bildgebung bei Nagetieren charakterisiert. Anschließend habe ich demonstriert, dass eine Abflachung der Spektralneigung die neuronale Übererregbarkeit während eines epileptischen Anfalls reflektiert und somit als klinisch relevanter Marker für pathologische Aktivität in Frage kommt. Darüber hinaus bieten meine Ergebnisse neue Einblicke in die hippokampalen-neokortikalen Interaktionen, die der Gedächtniskonsolidierung während des Schlafs zugrunde liegen. Diese Resultate zeigen, dass sich die Oszillationen des präfrontalen Kortex funktionell von denen des Hippocampus unterscheiden. Sie beschreiben einen evolutionär erhaltenen Mechanismus, bei dem das präzise Zusammenspiel zwischen hippocampalen und neokortikalen Ripple-Oszillationen während des Schlafs die hippocampale Informationsübertragung von der nachfolgenden neokortikalen Verarbeitung zeitlich trennt. Zusammenfassend bieten diese Studien neue Einblicke in die Netzwerkdynamik, die das neuronale Gleichgewicht zwischen Erregung und Inhibition herstellt oder stört, und zeigen, wie die Formierung kortikaler Ripple-Oszillationen zum hippokampalen-neokortikalen Dialog beiträgt, der schlafabhängige Gedächtniskonsolidierung ermöglicht.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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