Detailseite
Statistisches Wörterlernen: Die Untersuchung von Veränderungen des Lernverhaltens aufgrund von Unterschieden in der Sprachumgebung im Laufe der Zeit
Antragstellerin
Tanja Charlotte Römbke, Ph.D.
Fachliche Zuordnung
Allgemeine, Kognitive und Mathematische Psychologie
Förderung
Förderung seit 2022
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 505754094
Statistisches Wörterlernen - die Fähigkeit, Wortbedeutungen auf der Grundlage ihres gemeinsamen Auftretens mit Referenten in mehrdeutigen Situationen zu erwerben - ist ein Schlüsselmechanismus beim Spracherwerb. Er wird in der Regel mit dem Paradigma des situationsübergreifenden Wörterlernens untersucht, bei dem Lernende über mehrere mehrdeutige Versuche hinweg Wortbedeutungen ableiten müssen. Während sich die meisten Studien auf einfache Eins-zu-Eins-Zuordnungen konzentriert haben, gibt es in der natürlichen Sprache oft komplexere Beziehungen, wie z. B. Synonyme oder - für Zweisprachige - Übersetzungen. Wie sich eine solche Komplexität auf das Lernen auswirkt, ist noch nicht ausreichend erforscht. In der ersten Förderphase untersuchten wir, inspiriert von der Zweisprachigkeit, in unterschiedlichen Experimenten, wie Unterschiede in der Sprachumgebung das statistische Wörterlernen beeinflussen können. Insbesondere erforschten wir, wie die Komplexität von Wortzuordnungen (z. B. mehrere Wörter, die sich einen Referenten teilen), der Sprachhintergrund von Probanden (einsprachig vs. zweisprachig), und der Sprachkontext (z. B. Sprachwechsel) das statistische Wortlernen formen. Hier konnten wir feststellen, dass Wörter mit mehr als einer Bedeutung zwar schwerer zu erlernen sind, aber gleichzeitig leichter eine neue Bedeutung zugeordnet bekommen können. Auch beobachteten wir Lernunterschiede für einsprachige und zweisprachige Probanden. Die vorgeschlagene zweite Förderphase baut direkt auf den Ergebnissen der ersten Förderphase auf. Wir werden drei Hauptziele verfolgen: Erstens werden wir untersuchen, wie sich unterschiedliche Grade der referentiellen Mehrdeutigkeit auf das Lernen und Behalten von einfachen und komplexen Wortzuordnungen auswirken. Zweitens werden wir die Rolle von Aufmerksamkeitsmechanismen während des Erwerbs und des Behaltens von Wörtern untersuchen, indem wir sowohl Verhaltens- als auch Blickbewegungsmessungen durchführen. Drittens werden wir durch einen systematischen Review und Meta-Analyse untersuchen, wie langfristige zweisprachige Erfahrung das statistische Wörterlernen beeinflusst. Diese Fortsetzung erweitert das ursprüngliche Projekt in entscheidender Weise. Erstens werden wir die referentielle Mehrdeutigkeit systematisch variieren, um ihren Einfluss auf die Lernkurven zu verstehen - ein Aspekt, der bisher konstant gehalten wurde. Zweitens werden wir die Behaltensleistung über einen längeren Zeitraum hinweg bewerten und damit über das Design von Einzelsitzungen hinausgehen, um die Dauerhaftigkeit und Integration der gelernten Wörter zu untersuchen. Drittens werden wir durch die Einbeziehung eindeutiger Bedingungen unsere Arbeit mit der breiteren Sprachlernforschung verbinden, die nicht auf das Paradigma des situationsübergreifenden Wörterlernens beschränkt ist.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Mitverantwortlich
Professor Dr. Iring Koch
