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Vorlesungsverzeichnisse als Quellen disziplinär organisierter Wissenschaft. Die Ausdifferenzierung wissenschaftlicher Fächer an der Universität Leipzig 1815-1914

Fachliche Zuordnung Neuere und Neueste Geschichte (einschl. Europäische Geschichte der Neuzeit und Außereuropäische Geschichte)
Wissenschaftsgeschichte
Förderung Förderung von 2007 bis 2009
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 50582970
 
Ziel des Projekts ist die inhaltliche Erschließung der Vorlesungsverzeichnisse der Universität Leipzig von 1815 (Beginn eines regulären Lehrbetriebs nach den Kriegswirren) bis 1914 (Ende des regulären Lehrbetriebs vor dem Krieg). Die Erschließung wird durch ein Internetportal allgemein zugänglich gemacht, das als Pilotstruktur für die Vorlesungsverzeichnisse aller deutschen Universitäten angelegt ist. Das Projektergebnis bereichert die deutsche Universitätsgeschichtsschreibung und entwickelt zugleich eine neue Forschungsstrategie für serielle Quellen. Die Auswertung der Vorlesungsverzeichnisse im Internetportal erlaubt für Universitäts- und Wissenschaftshistoriker nicht nur die Abfrage der Veranstaltungen selbst und aller damit zusammenhängender Daten, sondern ermöglicht auch wesentliche Einblicke in die Hierarchie der Fächer (teilweise gespiegelt in der Struktur der Verzeichnisse), die erstmals diachron erfasst werden kann. Dazu werden Daten aus Personalverzeichnissen und anderen Quellen eingearbeitet, um biographische Skizzen zum Lehrpersonal zu geben: Das Portal funktioniert auch als online recherchierbarer Dozentenkatalog. Die für die differenzierte Abfrage vorgesehene Internet-Applikation strukturiert datenbankbasiert die exemplarische Aufnahme, Aufbereitung und Darstellung von Vorlesungsverzeichnissen, die aus 200 Semestern bzw. 100 Jahren der Universität Leipzig in lateinischer und deutscher Fassung vorliegen. Das Portal für Vorlesungsverzeichnisse erlaubt die Darstellung der Antworten auf diverse Suchanfragen durch Tabellen, Listen oder Diagramme, beispielsweise nach individuellen Lehrprogrammen einzelner Dozenten, innerdisziplinären und innerfakultären Entwicklungsprozessen der Lehrveranstaltungen, deren Differenzierung nach Veranstaltungstypen (öffentlich " privat), nach Häufigkeit (Zahl der Stunden insgesamt und pro Woche) oder nach der Verteilung kanonischer und gelegentlicher Veranstaltungen, thematischer Gewichtungen innerhalb der Fächer etc. Die Datenbankstruktur wird erweiterungsfähig angelegt, so dass beispielsweise später auch Vorlesungsverzeichnisse anderer Universitäten eingearbeitet werden können.
DFG-Verfahren Digitalisierung und Erschließung (Wiss. Literaturversorgung und Informationssysteme)
Antragstellende Institution Universität Leipzig
Universitätsbibliothek
 
 

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