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Repariert und umgestaltet. Eine Studie zu Lebenszyklen antiker Bauteile am Beispiel der Architekturterrakotten Pompejis

Antragsteller Dr.-Ing. Julian Bauch
Fachliche Zuordnung Architektur, Bau- und Konstruktionsgeschichte, Bauforschung, Ressourcenökonomie im Bauwesen
Förderung Förderung von 2022 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 508247139
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das geförderte Projekt nahm die tönernen Elemente der Architektur Pompejis in den Blick. In den pompejanischen Depots befindet sich eine bedeutende Sammlung an unterschiedlichen Terrakottabauteilen wie Dachziegeln (tegulae und imbrices), Dachrandstücken (Simen) Stirnziegeln (Antefixe) und Verkleidungsplatten (sog. Campana-Reliefs). Die häufig mit aufwendigem Relief reich verzierten Stücke, die allgemein unter dem Begriff Architekturterrakotten zusammengefasst werden, sind fester Bestandteil der Ausstattung italisch-römischer Architektur. Ziel des Projektes war es mit Hilfe der Ansätze der sog. Lebenszyklusanalyse historische Konzepte zu identifizieren, die mit der Herstellung, Reparatur, Instandhaltung und Entsorgung dieser spezifischen Bauteilgruppe verbunden waren. Dahinter stand die Absicht unterschiedliche Strategien bezüglich der Organisation und Funktionsweise pompejanischer Baustellen zu identifizieren und somit einen Beitrag zu einem tieferen Verständnis eines spezifischen Teils der antiken Bauökonomie zu leisten. In zwei Kampagnen konnten insgesamt 273 Stücke aus dem Depot San Paolino des Parco Archeologico di Pompei dokumentiert und analysiert werden. Dabei zeigte sich, dass das Phänomen der Umarbeitung an den Architekturterrakotten regelmäßig auftritt. Nur in Ausnahmefällen scheinen Schäden am Bauteil diese Um- und Überarbeitungen bedingt zu haben, so dass nur selten von Reparaturen im engeren Sinn gesprochen werden kann. Vielmehr handelt es sich um Anpassungsarbeiten, bei denen die Bauteile in situ so umgearbeitet wurden, dass sie dem gewandelten Anspruch entsprachen. Solche Arbeiten standen im Zusammenhang mit den regelmäßigen Instandhaltungsmaßnahmen, die sich im pompejanischen Befund immer wieder zeigen, bisher jedoch nur in Ansätzen untersucht sind. Aufgrund der vorzeitigen Beendigung der Inanspruchnahme der Förderung wurden einzelne Teilbereiche des Projektes – insbesondere die Kontextualisierung der einzelnen Stücke im jeweiligen Hauszusammenhang – bisher noch nicht bearbeitet. Das Projekt wird im Rahmen eines Habilitationsvorhabens fortgesetzt. Dabei werden auch die Arbeiten in den noch nicht bearbeiteten Projektbereichen durchgeführt.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

  • Pompejanische Architekturterrakotten, Italien, in: e-Jahresbericht 2022 des Deutschen Archäologischen Instituts, S. 68
    J. Bauch
  • Tegula cumularia. Life Cycles of Brick and Tile in Pompeii, in: Proceedings of the 8th International Congress on Construction History, Zürích (2024), ISBN 978-3-7281-4166-8
    J. Bauch & P. Kastenmeier
 
 

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