Detailseite
Projekt Druckansicht

Evaluation der Isothermal-Thermolumineszenzdatierung als Methode zur Bestimmung Mittelpleistozäner Wachstumsphasen von Speläothemen der Bleßberghöhle

Fachliche Zuordnung Geologie
Physische Geographie
Förderung Förderung von 2022 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 508966574
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Speläotheme bieten zahlreiche Proxys zur Rekonstruktion von Klima- und Umweltbedingungen in der Vergangenheit. Ihre besondere Eignung für sehr präzise und genaue 230Th/U-Datierungen macht sie zu außergewöhnlichen terrestrischen Archiven für die 230 Rekonstruktion vergangener Klima- und Umweltveränderungen. Allerdings ist die Th/U- Datierung nicht für Proben geeignet, die älter als 600.000 Jahre oder durch erhebliche Mengen an nicht-radiogenem Thorium verunreinigt sind. Jenseits des Datierungsbereichs der 230Th/U- Methode kann die U-Pb-Datierung verwendet werden. Allerdings erfordert die U-Pb-Datierung Proben mit hohem U- und radiogenem Pb-Gehalt und niedrigem Gehalt an gewöhnlichem Pb, was bei den meisten Speläothem-Proben leider nicht der Fall ist. Als Alternative kann das Thermolumineszenzsignal (TL) von Kalzit verwendet werden, um das Wachstum von Speläothemen über Millionen von Jahren zu datieren. Im Gegensatz zur 230Th/U- und U-Pb-Datierung ist die TL-Datierung auch für detritisch kontaminierte Speläotheme geeignet und erfordert keine hohen U-Konzentrationen. Bislang haben jedoch zwei Nachteile ihre Anwendung auf Speläotheme verhindert: 1) das unerwünschte TL-Signal, das im Hochtemperaturbereich auftritt, und 2) die zeitliche Veränderung der Dosisleistung aufgrund des möglichen Ungleichgewichts der U-Zerfallsreihe. Isotherme Thermolumineszenzmessungen (ITL) bei einer relativ niedrigen Temperatur können das störende TL-Signal vermeiden. Die Zuverlässigkeit der ITL-Datierungsmethode wurde jedoch bislang nicht an Proben mit unabhängig bestimmten Altern validiert. In unserem Projekt haben wir die ITL-Datierungsmethode auf einen Speläothem angewandt, der präzise mit der 230Th/U-Datierungsmethode datiert wurde. Außerdem haben wir die zeitliche Veränderung der Dosisleistung modelliert und dabei die anfänglichen Aktivitäten von 238U, 234U und 230Th sowie deren Zerfallskonstanten berücksichtigt. Die ermittelten ITL-Alter stimmen innerhalb der Unsicherheit mit den 230Th/U-Altern überein. Die ITL-Datierung bietet somit eine vielversprechende Möglichkeit zur Erstellung von Chronologien für Speläotheme, wenn die 230Th/U- und U-Pb-Methoden nicht oder nur eingeschränkt anwendbar sind.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung