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Freie und gebundene Variation in der Grammatik. Diachronie und Diatopik der Auxiliarvariation im Deutschen
Antragstellerinnen / Antragsteller
Professorin Dr. Melitta Gillmann; Professor Dr. Alexander Werth
Fachliche Zuordnung
Einzelsprachwissenschaften, Historische Linguistik
Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Außereuropäische Sprachen
Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Außereuropäische Sprachen
Förderung
Förderung seit 2022
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 509137817
Ziel des Projektes ist es, die in der ersten Projektphase untersuchten 41 Einflussfaktoren auf die Perfekthilfsverbwahl bei polysemen Verben im Deutschen um die Kategorien konkrete und abstrakte bzw. metaphorisch-übertragene Bedeutung zu erweitern und im Spannungsfeld von Register und Region/Diachronie zu untersuchen. Zu diesem Zweck sollen im Projekt verb- und verbklassenspezifisch sog. Image Schemas identifiziert werden, worunter wir die konzeptionellen Grundbausteine von spatio-temporalen Ereignisstrukturen verstehen, die aufgrund von verkörperlichten Erfahrungen das menschliche Denken strukturieren und sprachliches Handeln leiten können. Die erarbeiteten Bedeutungskategorien werden in einem zweiten Schritt für die korpuslinguistische Analyse operationalisiert und es wird deren Einfluss auf die Hilfsverbvariation getestet. Dabei wird den folgenden Fragen nachgegangen: Lassen sich innerhalb einer Verbklasse ähnliche Bedeutungskategorien identifizieren und interagieren diese bei allen Verben in vergleichbarer Weise mit der Auxiliarwahl, oder sind die imageschematischen Bedeutungen einzellexematisch ausgeprägt? (Inwiefern) Sind die identifizierten Image Schemas und ihre Reflexe auf die Auxiliarwahl diachron und diatopisch stabil bzw. wann bilden sie sich historisch heraus? Um darüber hinaus eine Interaktion von Register, Abstraktion der Verbsemantik und Auxiliarwahl untersuchen zu können, soll unsere bisherige Datengrundlage (diachron-schriftliche sowie dialektal-mündliche Sprache) um Daten aus der intendierten Standardsprache (Lokal- und Regionalressorts deutschsprachiger Zeitschriften sowie Plenarprotokolle bundesdeutscher Landtage) erweitert werden. Wo möglich und sinnvoll, sollen die Annotationen um weitere soziolinguistische Annotationskategorien ergänzt werden. Durch die Verschränkung von Image Schemas, Register und Auxiliarwahl bietet das Projekt wichtige Erkenntnisse für die Systemlinguistik, Sprachwandel- und Sprachvariationsforschung sowie für die kognitive Linguistik.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
