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Grüne Versprechen und die Bepreisung von Klimarisiken auf Finanzmärkten
Antragsteller
Professor Dr. Ole Wilms
Fachliche Zuordnung
Wirtschaftspolitik, Angewandte Volkswirtschaftslehre
Förderung
Förderung seit 2022
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 509502478
Dieses Projekt untersucht unternehmerische Dekarbonisierungszusagen – sogenannte Corporate Green Pledges – mit Fokus auf den Determinanten solcher Zusagen, die Reaktion der Finanzmärkte sowie deren Glaubwürdigkeit und reale Auswirkungen. Die Forschung basiert auf einem neuen Datensatz, der in der ersten Förderphase entwickelt wurde und firmenspezifische Klimanachrichten, Finanzdaten und Umweltleistungskennzahlen kombiniert. In der zweiten Phase werden neue Erkennitnisse zu Dekarbonisierungszusagen durch vier miteinander verknüpfte Arbeitspakete erarbeitet: (1) Vergleich und Weiterentwicklung großer Sprachmodelle (LLMs), um detaillierte Informationen aus unstrukturierten Unternehmensveröffentlichungen zu extrahieren; (2) Analyse, wie die Spezifität von Green Pledges die Reaktion von Investoren beeinflusst und glaubwürdige Zusagen von Greenwashing unterscheidet; (3) Untersuchung der Marktreaktion, wenn Unternehmen ihre Zusagen nicht einhalten oder aufgeben; und (4) Analyse, wie Eigentümerstrukturen und Investorenmandate die Wahrscheinlichkeit beeinflussen, dass Unternehmen Green Pledges ankündigen. Durch die Kombination von Textanalyse, Ereignisstudien und kausalen Inferenzmethoden liefert das Projekt neue Erkenntnisse zur Glaubwürdigkeit und Bepreisung klimabezogener Unternehmenszusagen. Das Projekt besitzt hohe politische Relevanz, da es empirisch zeigt, wie Finanzmärkte zwischen glaubwürdigen Klimazusagen und symbolischem Greenwashing unterscheiden. In einer Zeit, in der Regulierungs- und Standardsetzungsorgane – wie die EU (CSRD) oder das ISSB – strengere Anforderungen an Nachhaltigkeitsberichterstattung einführen, liefert diese Forschung wichtige Impulse für die Ausgestaltung wirksamer und durchsetzbarer Offenlegungsstandards. Durch die Identifikation jener Merkmale von Green Pledges, die von Investoren positiv bewertet werden, sowie durch die Analyse von Marktreaktionen auf gescheiterte Zusagen trägt das Projekt zur Entwicklung von Transparenz- und Rechenschaftsmechanismen bei, die für das Erreichen nationaler und internationaler Klimaziele essenziell sind. Darüber hinaus bieten Erkenntnisse über den Einfluss von Eigentümerstrukturen und Investorenmandaten auf Unternehmensstrategien praxisnahe Orientierung für die Entwicklung marktwirtschaftlicher Instrumente, die das Verhalten privater Akteure mit öffentlichen Klimazielen in Einklang bringen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
USA
Kooperationspartner
Professor Michael D. Bauer, Ph.D.
