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Feldarbeiten in Musawwarat es Sufra/Sudan
Antragsteller
Professor Dr. Steffen Wenig (†)
Fachliche Zuordnung
Ägyptische und Vorderasiatische Altertumswissenschaften
Förderung
Förderung von 1995 bis 2006
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5158416
Die Große Anlage in Musawwarat es Sufra ist das bedeutendste bekannte religiöse Zentrum des meroitischen Reiches. Die komplexe Anlage aus mehreren Terrassentempeln, die durch Hochkorridore miteinander verbunden sind, aus Nebenkapellen, Funktionsbauten und ineinander verschachtelten Höfen erstreckt sich über eine Fläche von rund 250 m x 215 m. Vermutlich schon in napatanischer Zeit gegründet, wurde sie bis in die ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung genutzt und in mehreren Baustufen erweitert. Die fortwährende Prägung durch einheimische und ägyptisch-ptolemäische Einflüsse brachte hier eine im gesamten Niltal einmalige, jedoch für die meroitische Kultur sehr typische Synthese von Eigenständigkeit und interkulturellen Elementen hervor. Durch ihre räumliche Geschlossenheit, das chronologische Kontinuum sowie dank ihres verhältnismäßig guten Gesamterhaltungszustandes bietet die Große Anlage exemplarisch einen Einblick in die Geschichte und die Funktionsweise eines sakralen Komplexes der meroitischen Kultur. Die thematische Zielsetzung des Projektes ist die in den 60er Jahren nicht abgeschlosssene Untersuchung der frühen Baustufen der Großen Anlage. Die Fragestellungen konzentrieren sich auf die Dokumentation der Architektur und der Baugeschichte sowie auf die Untersuchung der sakralen und tempelwirtschaftlichen Funktionen und ihrer Entwicklung.Gleichzeitig soll im Rahmen des Gesamtprojektes gemäß Erstantrag das in den sechziger Jahren ergrabene Material aufbereitet und sukzessive publiziert werden.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
