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Architekturen der Fürsorge-Begegnungen mit Obdachlosigkeit

Antragstellerin Dr. Natalia Martini
Fachliche Zuordnung Empirische Sozialforschung
Förderung Förderung von 2022 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 517411812
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Projekt untersuchte, wie die Stadt die Möglichkeiten der Fürsorge vorgibt. Auf der Grundlage von Erkenntnissen aus einer ethnografischen Studie über polnische obdachlose Migranten in Berlin und deren Erfahrungen mit der Fürsorge in der Stadt wurde eine komplexe Ökologie sozialer Praktiken und materieller Arrangements identifiziert, die infrastrukturell zur Aufrechterhaltung eines prekären städtischen Lebens beitragen und die Fürsorgekapazität der Stadt generativ gestalten. Polnische Migranten stellen die Mehrheit der nicht-deutschen Obdachlosen in Berlin dar. Da die meisten von ihnen entweder keinen Anspruch auf staatliche Leistungen haben oder praktisch nicht in der Lage sind, diese in Anspruch zu nehmen, sind sie auf eine Versorgung angewiesen, die in der Stadt jenseits des lokalen Wohlfahrtssystems funktioniert, vor allem durch nicht-staatliche Notdienste, die materielle Infrastruktur der Stadt und das fürsorgliche Engagement bzw. fürsorgliches Nicht- Einmischen der Menschen.. Zusammengenommen bilden diese Betreuungsinfrastrukturen ein lebenserhaltendes Netz, das mehrere und unterschiedliche Betreuungsorte miteinander verwebt und sich über die gesamte Stadt erstreckt. Dieses Netz, das die alltägliche Arbeit der Fürsorge, Instandhaltung und Reparatur prägt, hält polnische Migranten während ihrer gesamten Erfahrung von Obdachlosigkeit in Berlin aufrecht. Die Unfähigkeit des Staates und seiner Institutionen, sich um alle Mitglieder der Stadtgesellschaft zu kümmern, unterstreicht die Bedeutung der Ergebnisse der Studie in Bezug auf die städtische Fürsorge als Mittel des sozialen Schutzes und die Bedingungen, die sie ermöglichen. Insbesondere Stadtbewohner mit Migrationshintergrund, die formell und/oder praktisch von den lokalen wohlfahrtsstaatlichen Systemen ausgeschlossen sind, sind ohne den sozialen Schutz, den die staatliche soziale Solidarität bietet. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage nach informellen Formen des Sozialschutzes zunehmend an Bedeutung.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

  • Caring Capacity of the City – Virtual Exhibition. Artsteps
    Martini N. & Rivero Z.
 
 

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