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Schlesien nach dem Krieg. Gesellschafts- und Bevölkerungspolitik in den polnischen Siedlungsgebieten 1945-1948

Antragsteller Dr. Andreas Hofmann
Fachliche Zuordnung Neuere und Neueste Geschichte (einschl. Europäische Geschichte der Neuzeit und Außereuropäische Geschichte)
Förderung Förderung von 1999 bis 2000
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5180736
 
Die Untersuchung ist den mit der Aufsiedlung der vormals reichsdeutschen Ostgebiete durch Polen in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg verknüpften Konzeptionen und ihrer praktischen Umsetzung am Beispiel Schlesiens gewidmet. Einleitend werden die Situation in Schlesien bei Kriegsende und die bis zu diesem Zeitpunkt durch Flucht und Vertreibung der deutschen Bevölkerung erfolgten Bevölkerungsverschiebungen dargestellt. Schwerpunkte der Untersuchung sind das in den Siedlungsgebieten zwischen der sowjetischen Militärverwaltung und der polnischen Zivilverwaltung bestehende Konkurrenzverhältnis, die Neuansiedlung einer polnischen Bevölkerung aus Zentralpolen und den an die UdSSR abgetretenen Gebieten, die Vorgänge um die Aussiedlung der deutschen Bevölkerung und den Zwangseinsatz deutscher Arbeitskräfte, die sog. nationale Verifizierung der als polnischstämmig betrachteten Reichsangehörigen, der gescheiterte Versuch zur Ansiedlung von polnisch-jüdischen Holocaustüberlebenden in Niederschlesien, schließlich die Zwangsumsiedlung der nach dem polnisch-sowjetischen Bevölkerungsaustausch zurückgebliebenen ukrainischen Restbevölkerung aus dem Südosten in die neuen Gebiete. Eine leitende Fragestellung der Arbeit ist, inwieweit die Siedlungsbewegung und die erklärte Politik zur Herstellung eines "national homogenen Polen" von dem auf Moskau gestützten, neuen Warschauer Regime als Mittel seiner machtpolitischen Stabilisierung genutzt werden konnte.
DFG-Verfahren Publikationsbeihilfen
 
 

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