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Längsschnittstudie zu Geflüchteten aus der Ukraine in Deutschland (SUARE II): Dateninfrastruktur, Gesundheit und Diskriminierung im familiären Kontext
Antragstellerinnen
Louise Biddle, Ph.D.; Professorin Dr. Adriana Rocío Cardozo Silva; Dr. Elena Sommer-Nicolaides; Professorin Dr.-Ing. Sabine Zinn
Fachliche Zuordnung
Empirische Sozialforschung
Förderung
Förderung seit 2023
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 518967487
Das vorliegende Projekt legt den Fokus auf familiäre Strukturen, intergenerationale Dynamiken und kindliche Entwicklung zur Lebenslange von Geflüchteten aus der Ukraine. Im Zentrum stehen Diskriminierungserfahrungen, gesundheitliche Belastungen sowie Bildungswege von Kindern und Jugendlichen, insbesondere im Kontext von Trennung, Unsicherheit und institutionellen Barrieren. Aufbauend auf der in der ersten Phase des Projekts „Längsschnittstudie zu Geflüchteten aus der Ukraine in Deutschland (SUARE I)“ geschaffenen Panelinfrastruktur wird SUARE II die erste längsschnittliche, multimodale Panelerhebung geflüchteter Kinder, Jugendlicher und Familien in Deutschland realisieren. Das vorliegende Teilprojekt übernimmt dabei die zentrale Aufgabe, die hierfür nötige erweiterte Datenbasis zu schaffen, methodisch weiterzuentwickeln und auszuwerten. Es erarbeitet neue altersgerechte und kultursensitive Erhebungsinstrumente, erprobt innovative Designs wie adaptive Mixed-Mode-Erhebungen und KI-gestützte Übersetzungstools, und sichert dadurch die Datenqualität für beide Teilprojekte. Empirisch wird untersucht, wie familiäre Belastungen – etwa psychische Erkrankungen der Eltern oder Trennungserfahrungen – sowie schulische Diskriminierung das psychosoziale Wohlbefinden und die gesundheitliche Versorgung junger Geflüchteter beeinflussen. Besondere Aufmerksamkeit gilt Unterschieden zwischen elterlicher und kindlicher Perspektive, geschlechterspezifischen Dynamiken sowie Barrieren im Zugang zu Unterstützungssystemen. SUARE II schafft damit eine international einzigartige empirische Grundlage zur Erforschung langfristiger Integrationsprozesse unter Bedingungen erzwungener Migration und trägt durch seinen kombinierten methodischen und inhaltlichen Innovationsansatz entscheidend zur Weiterentwicklung der Surveyforschung und zur evidenzbasierten Migrations-, Bildungs- und Gesundheitspolitik bei.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
Schweden
Mitverantwortliche
Professor Dr. Herbert Brücker; Professorin Yuliya Kosyakova, Ph.D.
Kooperationspartnerin
Professorin Sol P. Juarez, Ph.D.
