Bestimmung des Expressionslevels der miRNA PC-5P-12969 bei Patienten mit bildgebend gesichertem akutem ischämischem Schlaganfall sowie bei einer gematchten Kontrollgruppe.
Klinische Neurologie; Neurochirurgie und Neuroradiologie
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Zerebrovaskuläre Erkrankungen, stellen die zweithäufigste Todesursache weltweit dar und sind die führende Ursache für schwerwiegende Langzeitbehinderungen. Der Schlaganfall wird in den ischämischen Schlaganfall (IS) und intrakranielle Blutungen unterteilt.2 Der IS, bei dem ein Verschluss eines oder mehrerer intrakranieller Gefäße die Ursache ist, stellt mit 87% die häufigste Entität dar. Die Detektion eines IS in der Akutphase gelingt mittels klinischer Untersuchung sowie apparativer Diagnostik wie der Computertomographie oder der Magnetresonanztomografie, wobei letztgenanntes den Goldstandard darstellt. Jedoch kann die MRT in bis zu 8 % der Fälle falsch-negativ sein, wenn sie innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der Symptome durchgeführt wird. Weiterhin ist zu beachten, dass Patienten mit IS in der Regel nur in den ersten 4,5 Stunden nach Schlaganfallbeginn mit einer intravenösen Lysetherapie behandelt werden können. Lediglich in ausgewählten Fällen können Patienten von einer Behandlung mittels endovaskulärer Therapie innerhalb von 24 Stunden und/oder einer systemischen Lysetherapie im erweiterten Zeitfenster bis 9 Stunden profitieren. Daher versuchte die Forschung Biomarker zu etablieren, welche in der Akutphase Diagnostikunterstützend sein können. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass proteinbasierte Biomarker in der Akutdiagnostik des IS derzeit keinen Mehrwert bieten, da keine ausreichende Verbesserung der diagnostischen Genauigkeit erreicht werden konnte. Mit der Entwicklung genetischer Testmethoden, welche kleinste Veränderungen der Ribonukleinsäure (RNA) detektieren können, verlagerte sich der Fokus zunehmend. Besonders hervorzuheben sind hier messanger-RNA (mRNA) und microRNA (miRNA) basierte Biomarker. Im Speziellen zeigte sich, dass die miRNA PC-5P-12969 eine hohe Spezifität für den akuten IS im Mausmodel sowie in einer kleinen humanen Kohorte aufwies. MicroRNAs sind eine Klasse kleiner (~19-24 Nukleotide) endogener und evolutionär konservierter RNAs, die als posttranskriptionelle Regulatoren der Genexpression und des Abbaus von Boten-RNAs (mRNA) dienen, indem sie die Expression von Ziel-mRNAs modulieren. Sie spielen eine wichtige Schlüsselrolle bei der Differenzierung und dem Wachstum von Zellen, der Mobilität und dem programmierten Zelltod. Somit könnten miRNAs die ersten Veränderungen nach einem IS abbilden und daher als unmittelbare Biomarker dienen, welche im Behandlungszeitfenster nützliche Informationen zur weiteren Behandlung liefern können. Eine schnelle und genaue Diagnose, welche möglicherweise mithilfe von miRNAs gelingen kann, könnte die Zeit bis zum Behandlungsbeginn verkürzen, mit der Folge, dass nicht nur die Mortalität, sondern auch die Morbidität minimiert werden könnten. Womit mögliche Folgen eines zu spät oder „später“ behandelten IS reduziert werden können. Das vom Antragsteller vorgelegte Projekt zielt darauf ab, festzustellen, ob Patienten mit akutem IS im Vergleich zu gematchten Kontrollen durch eine erhöhte Expression der miRNA PC-5p-12969 gekennzeichnet sind.
