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Kulturhistorische Landschaftselemente in Brandenburg - Entwässerungssysteme am Beispiel des Oderbruchs; Typologie und Bedeutung der Kulturhistorischen Landschaftselemente und Ableitung möglicher Entwicklungsszenarien

Subject Area City Planning, Spatial Planning, Transportation and Infrastructure Planning, Landscape Planning
Term from 1999 to 2000
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 5221418
 
Die Kulturlandschaft des Oderbruchs ist Ergebnis der Anlage von Bauwerken zu seiner Eindeichung und Entwässerung. Mit dem Bau von Deichen, Kanälen, Gräben, Wehren und Schöpfwerken wurde in einem über Jahrhunderte andauernden Prozeß eine natürliche Auenlandschaft mit einer daran angepaßten Nutzung und Besiedelung in die heutige Agrarlandschaft umgewandelt. Diese Bauwerke bestimmen die Nutzbarkeit und die ökologischen Funktionen des Oderbruchs.Gleichzeitig sind sie Spuren der geschichtlichen Entwicklung des Entwässerungssystems, sie prägen als Kulturhistorische Landschaftselemente wesentlich den Charakter und die Eigenart der Kulturlandschaft des Oderbruchs. Sie sind damit Beispiele für historische Landschaftsteile charakteristischer Eigenart, dessen Schutz der §2 (13) des Bundesnaturschutzgesetzes fordert.In der vorliegenden Arbeit werden die vorhandenen Kulturhistorischen Landschaftselemente nach einer Darstellung der Geschichte des Entwässerungssystems, mittels historischer Zeitschichtenkarten bestimmt. Ihre heutige Ausprägung wird mit Hilfe örtlicher Bauaufnahmen und Auswertung aktueller Luftbilder typologisiert und beschrieben.Das Grundgerüst des Entwässerungssystems stammt aus dem 18. Jahrhundert (z.B. die Neue Oder, die Deichlinien und die wichtigsten Hauptgräben). Diese Anlagen wurde entsprechend der Erfordernisse einer Intensivierung der Landnutzung bis heute weiterentwickelt und verändert. Anhand des heutigen Erscheinungsbildes können zum Teil Aussagen auf die letzte Veränderung der einzelnen Elemente getroffen werden (z.B. lassen sich an den Vorflutern typische uferbegleitende Gehölzstrukturen in verschiedenen Bauepochen nachweisen).Aus heutiger Perspektive sind sowohl Elemente, die vor 250 Jahren als auch Elemente, die während der Komplexmelioration vor 20 Jahren angelegt wurden, kulturhistorisch. Sie sind insgesamt Zeugen der historischen Entwicklung des Oderbruchs.Es wird festgestellt, daß heute das Entwässerungssystem im Oderbruch sowohl aus technisch-wirtschaftlichen als auch aus ökologischen Gründen weiterentwickelt werden muß. Dafür wird in der vorliegenden Arbeit ein Szenario aus kulturhistorischer Perspektive dargelegt. Dieses Szenario aus kulturhistorischer Perspektive bezieht sich dabei nicht auf eine Zeitschicht in der Vergangenheit, sondern integriert die aus allen Zeitschichten tradierten Elemente dieser Landschaft in ein in die Zukunft reichendes Konzept.
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