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Die bedrohlichen Effekte der Hilfe von agentischen Informationssystemen und ihre Implikationen für Nutzer-System Zusammenarbeit (Schädliche Hilfe von Informationssystemen)
Antragsteller
Professor Dr. Martin Adam
Fachliche Zuordnung
Operations Management und BWL-spezifische Wirtschaftsinformatik
Datenmanagement, datenintensive Systeme, Informatik-Methoden in der Wirtschaftsinformatik
Datenmanagement, datenintensive Systeme, Informatik-Methoden in der Wirtschaftsinformatik
Förderung
Förderung seit 2023
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 522190413
Die Ergebnisse des ersten Forschungsprojekts bestehen aus drei zentralen Punkten: (1) Konzeptualisierung der Art der Hilfeanforderungstypen (HITs) aus (agentischen) Informationssystemen (IS), insbesondere reaktive und antizipatorische Hilfe; (2) Ermittlung der Auswirkungen vor allem antizipatorischer (vs. reaktiver) Hilfe durch IS auf die Wahrnehmung der Nutzenden, insbesondere auf Selbstbedrohungen in Bezug auf Kompetenz und Identität; und (3) Ermittlung der Auswirkungen vorausschauender (vs. reaktiver) Hilfe auf das Nutzerverhalten und die Ergebnisse der Zusammenarbeit zwischen Nutzenden und IS, insbesondere im Zusammenhang mit der Delegation von Aufgaben. Angesichts dieser wissenschaftlichen Ergebnisse wurden weitere Forschungslücken identifiziert, insbesondere hinsichtlich der Frage, wie HITs von IS mit der Reflexion der Nutzenden und den damit verbundenen Ergebnissen zusammenhängen. Es ist sowohl praktisch wichtig als auch theoretisch interessant, empirisch zu untersuchen, wie Nutzende die von IS bereitgestellten Informationen verarbeiten, um ihr Verständnis und ihre Entscheidungsfindung zu reflektieren und zu verbessern. In diesem Zusammenhang fehlen empirische Erkenntnisse darüber, inwiefern HITs das Verständnis von Nutzenden im Rahmen des Reflexionsprozesses unterstützen oder gefährden: Nutzende können die von HITs bereitgestellten Informationen nicht nur als Verbesserung von Wissen über einen Bereich wahrnehmen, wodurch sich deren Sicht auf diesen Bereich erweitert und damit assoziierte Ergebnisse (z. B. kritisches Denken) verbessert werden, sondern sie können die Hilfe auch als Bedrohung für deren Verständnis empfinden, wodurch alte Ansichten (z. B. Bestätigungsfehler, „Backfire-Effekt“) verstärkt werden und dazu führen, dass sich das Verständnis und die damit verbundenen Ergebnisse der Nutzenden kaum ändern. Vor diesem Hintergrund wurden drei neue und zentrale Forschungsfragen abgeleitet, die den Schwerpunkt dieses Folgeforschungsprojekts bilden: (FQ1) Welche konzeptionellen Schlüsselelemente bilden die Reflexion von Nutzenden mit (agentischen) IS, und wie können sie gestaltet und quantitativ gemessen werden?; (RQ2) Welche Auswirkungen haben HITs, insbesondere antizipatorische (vs. reaktive) Hilfe durch IS, auf die unterschiedlichen Reflexionszustände der Nutzenden?; und (RQ3) Wie wirkt sich antizipatorische (vs. reaktive) Hilfe auf das reflexionsbezogene Nutzerverhalten und die Ergebnisse der Zusammenarbeit zwischen Nutzenden und IS (z. B. kritisches Denken) aus? Mit dem Folgeprojekt möchten wir unseren Beitrag zur Literatur über IS-Hilfe und Zusammenarbeit zwischen Nutzenden und (agentischen) IS erweitern, indem wir theoretisch ein differenzierteres Verständnis von HITs von IS und ihren reflexionsbezogenen Implikationen und Designs vermitteln, was mit der Verbreitung von agentischen IS zunehmend an Bedeutung gewinnt.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
