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Die Entwicklung der islamischen frommen Stiftungen in Marokko, Algerien und Ägypten im 20. Jahrhundert

Fachliche Zuordnung Islamwissenschaft, Arabistik, Semitistik
Förderung Förderung von 2000 bis 2004
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5229880
 
Gegenstand des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung der islamischen frommen Stiftungen (waqf/auqaf bzw. hubs/ahbas im Maghreb) im 20. Jahrhundert. Das islamische Stiftungswesen hat jahrhundertelang weitgehend unabhängig von staatlicher Einflußnahme wichtige gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Aufgaben im Leben der Muslime wahrgenommen.Der koloniale Staat hat einen Teil dieser Funktionen an sich gezogen. nach Wiederherstellung staatlicher Souveränität haben muslimische Machthaber das islamische Stiftungswesen entweder liquidiert oder unter direkte staatliche Kontrolle gestellt. Den `ulama` wurde dadurch ihr finanzielle Autonomie entzogen, und sie sind in der Abhängigkeit des Staates geraten.Weder der Prozeß der Zentralisierung frommer Stiftungen noch die hierauf erfolgten Reaktionen sind bislang eingehend untersucht worden. Ziel der Studie ist es, am Beispiel von Ägypten, Algerien und Marokko Wandlungsprozesse einer ehedem zentralen islamischen Institution und die Reaktion auf diese Entwicklung von seiten des religiösen Establishments aufzuzeigen. Unter dem Einfluß von Islamisten ist z.Zt. die politische Diskussion in muslimischen Staaten stark religiösen Inhalten geprägt. Ferner ist eine lebhafte Debatte zum Konzept der Zivilgesellschaft in Gang gekommen. Ein weiteres Forschungziel ist daher, den Stellenwert der frommen Stiftungen im gegenwärtigen politischen Diskurs sowie dessen Einfluß auf die aktuelle Praxis des islamischen Stiftungswesen in den genannten Ländern zu ermitteln.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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