Detailseite
Hybridisierung von unten - Nation und Gesellschaft im mittleren Andenraum
Antragsteller
Dr. Volkmar Blum
Fachliche Zuordnung
Soziologische Theorie
Förderung
Förderung von 1996 bis 2002
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5232288
Im Gegensatz zu den europäischen, exklusiven, kulturell und rassisch homogenen Konzepten von Nation gilt Lateinamerika als Paradigma kultureller Hybridität, vorgetragen von den "kreolischen Pionieren". Die historische Betrachtung verdeutlicht hingegen, daß die Kreolen im andinen Raum auf der Grundlage des iberischen Protorassismus eine Vielzahl von Kategorien entwickelten, um "die Anderen" in vielfältigen Abstufungen gesondert zu behandeln. Den "wissenschaftlichen Rassismus" griffen sie dann begiering auf, um die Exklusion zu verschärfen. Dennoch setzte sich mit der Mestizaje ein inklusives, aber doch rassisch und kulturell homogenes Nationenkonzept durch. Hybridisierungsprozesse hingegen wurden von der "indianischen" Bevölkerung vorgetragen, die ihnen zugeschriebene exklusive Kategorien unterlief und zunehmend räumliche, soziale und kulturelle Grenzen durchbrach, ohne notwendigerweise dem Assimilierungsgebot Folge zu leisten. Dies zeigt sich auf so unterschiedlichen Gebieten wie der Arbeitskultur, den Netzwerken sozialer Sicherung und den neuen indigenen Bewegungen. Nicht der kreolische Diskurs, sondern die handlungsgeleitete Hybridisierung der (ehemals) indianischen Bevölkerung prägte die Entwicklung von Nation und Gesellschaft im Andenraum.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
