Anwendung einer neuen Methode: Fetales kardiales MRT in Feten mit angeborenem Herzfehler
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Ziel dieses Projekts war es, die neue Methode des retrospektiven kardialen Gatings mittels Doppler-Ultraschall (US) zur Erfassung eines Magnetresonanztomogramms (MRT) bei Föten mit und ohne angeborene Herzerkrankung (CHD) in utero anzuwenden, um die Durchführbarkeit zu prüfen, ein Protokoll zu erstellen und den zusätzlichen klinischen Nutzen zu bewerten. Standort war die Fondation Lumiere der Université Paris Cité, Hôpital Necker, ein ausgewiesenes Zentrum für präund neonatale Medizin. Die fetale MRT hat allgemein das Potential, prognoserelevante diagnostische Informationen zu erheben. Ihre Erweiterung um Doppler-US-gegatete Herzsequenzen ermöglicht die zusätzliche kardiale Bewertung im Falle einer CHD sowie einer kardialen Mitleidenschaft bei anderweitigen Fehlbildungen innerhalb derselben Scan-Sitzung und kann die klinische Entscheidungsfindung und das perinatale Management im Falle einer nicht eindeutigen US-Untersuchung des fetalen Herzens unterstützen. Ein standardisiertes Protokoll ist daher unbedingt erforderlich, um Vergleichbarkeit zwischen den Bildgebungsmodalitäten sowie zwischen den Zentren zu gewährleisten, eine hohe Bildqualität zu erzielen und Morphologie und Funktion des fetalen Herzens adäquat zu beurteilen. Zu diesem Zweck wurde ein Artikel verfasst, der einen Überblick über die standardisierte Planung der fetalen Herz-MRT in der Spätschwangerschaft bietet. Standardisierte Schnitte werden mit entsprechenden schematischen, US- und MRT-Bildbeispielen sowie annotierten anatomischen Strukturen dargestellt. 42 Patientinnen, bestehend aus 25 Schwangerschaften mit CHD und 17 gesunden Kontrollschwangerschaften wurden eingeschlossen. Eine Bewertung der Durchführbarkeit ergab, dass die fetale Herz-MRT bei 95 % der Patientinnen durchführbar ist, wobei die Bildqualität in mehr als 85 % der Fälle als mittel oder hoch eingestuft wurde. Wir konnten eine gute Übereinstimmung der Diagnosen zwischen MRT und US erzielen (κ-Wert 0.70 mit einer Genauigkeit von 0.85). Darüber hinaus wirkt sich eine CHD auch auf die Entwicklung des Gehirns aus, mit messbaren biometrischen und neurokognitiven Folgen ab der Neugeborenenperiode, weshalb wir die Hirnperfusion mittels arteriellem Spin Labeling bei Feten mit CHD und gesunden Kontrollen (HC) in Bezug auf die kardiale Anatomie und Funktion untersucht haben. Die vorläufigen Ergebnisse deuten auf Unterschiede der zerebralen Perfusion zwischen HC-Feten und Feten mit CHD hin. Genauer könnte eine veränderte Herzfunktion bei CHD insbesondere die Perfusion der Basalganglien beeinträchtigen, was mögliche Ursachen für Veränderungen fetaler Gyrierungsmuster und neonataler Hirnbiometrien darstellt, welche bei betroffenen Personen berichtet wurden.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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L’IRM cardiaque: où en sommes-nous? Presented at the Journée Lumiere for professional and academic education, Paris, France, December 2023.
Biechele G.
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Feasibility of fetal cardiac MRI in the prenatal evaluation of congenital heart defects in comparison to US Presented as a Poster at the World Congress of the International Society of Ultrasound in Obstetrics and Gynecology, Budapest, Hungary, September 2024.
Biechele G., Midavaine M., Stos B., Laux D., Stoecklein S., Grevent D. & Salomon L.J.
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Performance of fetal cardiac MRI: an approach to practice (ISUOG Abstract Presentation Award) Presented as an Oral Presentation at the World Congress of the International Society of Ultrasound in Obstetrics and Gynecology, Budapest, Hungary, September 2024.
Biechele G., De Vries F., Stos B., Stoecklein .S, Grevent D. & Salomon L.J.
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Prenatal link between cerebral blood flow and cardiac function in CHD assessed by fetal MRI Accepted for Oral Presentation at the Annual Meeting of the Radiological Society of North America, Chicago, USA, December 2024.
Biechele G., Midavaine M., Stos B., Laux D., Stoecklein S., Grevent D. & Salomon L.J.
